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Vor kurzem haben wir den tollen Bausatz des Panzertransporters M1070 HET inkl. D9R als Ladegut von TAKOM im Maßstab 1:72 betrachtet. Ganz aktuell bietet uns nun TAKOM als Limited Edition den Bausatz des gleichen Panzertransporters nun aber mit einem M1A2 SEP TUSK II Abrams als Ladegut an. Auch da schauen wir natürlich mal in den Karton.

Das Original

Nach Einführung und Inbetriebnahme der M1A1 Abrams hatte die U.S. Armee keine passenden Schwerlasttransporter. Die bisherigen Schwerlasttransporter M911 konnten die Last der neuen Kampfpanzer nicht tragen. Daraufhin erhielt die Oshkosh Truck Cooporation den Auftrag zur Entwicklung und Produktion eines neuen Schwerlasttransporters. So entstand der M1070 Heavy Equipment Transporter (HET). Die Produktion der M1070 HET begann im Juli 1992 mit ursprünglich 522 geplanten Einheiten. Mittlerweile wurden aber insgesamt 1179 Fahrzeuge mit Trailer gebaut.
Bei dem M1070 HET handelt es sich um eine leistungsstarke und geländegängige Sattelzugmaschine mit einem 8×8 Antrieb. Angetrieben wird das Fahrzeug mit einem 500 PS Motor und einem Automatikgetriebe. Ausgestattet mit Luftfederung, zentralem Reifenfüllsystem sowie durch die Servolenkung syncronisierten Vorder- und Hinterachsen ist das Fahrzeug trotz der imposanten Größe recht manövrierfähig.
Die Lasten werden auf dem Trailer des Typs M1000 verlastet. Dazu besitzt der M1070 serienmäßig 25Tonnen Ladewinden und zusätzliche Hilfswinden. In der Kabine des M1070 HET ist nun entgegen dem Vorgängerfahrzeug auch Platz für die Panzerbesatzung des abzuschiebenden Gerätes. Eingesetzt wird das Fahrzeug überwiegend zu Transport von Kampfpanzern aber auch sonstige schwere Lasten oder schweren Baumaschinen.

Der Kampfpanzer M1 Abrams ist das Hauptwaffensystem der Panzerbataillone der U.S. Army, der Army National Guard und des U.S. Marine Corps.
Entwickelt wurde er im Rahmen des XM1 Programmes in den 1970er Jahren. In den 1980er und 1990er Jahren ersetzte der M1 Abrams bei den U.S. Streitkräften die bis dahin befindlichen Kampfpanzer.
Als Antriebsaggregat kommt eine Gasturbine zum Einsatz. Durch dessen Verwendung wird sehr wenig Platz für den Triebwerksraum benötigt, weshalb der Turm in die Mitte der Wanne rückte. Dies führt zu einem besseren Schwerpunkt und stellt mehr Raum für Besatzung und Munition bereit. Der Fahrer sitzt mittig vor dem Turm.
Die Panzerung des M1 besteht aus einer Mehrschichtpanzerung, die als DU (depleted uranium) bezeichnet wird und aus abgereichertem Uran besteht. Diese Panzer erhielten die Bezeichnung M1A1 HA (heavy armour).
Anfänglich bestand die Hauptbewaffnung aus der bewährten 105-mm Kanone M68E1 aus dem M60. Heute ist eine von RHEINMETALL entwickelte und in den USA unter der Bezeichnung XM256 in Lizenz gefertigte 120-mm Kanone, welche schon vom “Leopard II” bekannt ist eingebaut.
Die Besatzung des M1 besteht aus vier Soldaten: dem Kommandanten, dem Fahrer, dem Richtschützen und dem Ladeschützen.
Das SEP (System Enhancement Program) umfasste einige Punkte, die sowohl die Führbarkeit, die Ausdauer im Gefecht als auch die Kampfkraft verbessern sollten. Aufgrund der steigenden Ausfälle des Panzers im Irak beim Einsatz in bebautem Gelände wurde das TUSK-Programm ins Leben gerufen. TUSK steht für Tank Urban Survival Kit und ist ein Zurüstsatz für Kampfpanzer zur Steigerung der Überlebensfähigkeit bei Einsätzen in bebautem Gebiet. Der von General Dynamics Landsysteme gefertigte Rüstsatz besteht zum Großteil aus eingeführten Komponenten bestehender Systeme.
Das der M1 ein sehr guter Panzer ist, hat er im Golfkrieg gezeigt. Durch den Einsatz von Kampfpanzern auf engstem Raum, in einem sehr flachen und wenig Deckung und Möglichkeiten einer ausgebauten Verteidigung bietenden Gelände, wurden die irakischen Streitkräfte sehr schnell überrannt.

Der Bausatz in der Übersicht

Der Bausatz des M1070 & M1000 w/ ABRAMS Tank mit der Artikelnummer 5002X von TAKOM im Maßstab 1:72 kommt in einem ansehnlichem Stülpkarton, gekennzeichnet als limitierte Auflage, daher. Bei diesem Bausatz handelt es sich genau genommen erneut um drei Bausätze in einem. Dazu gehört das Schwerlastfahrzeug M1070 HET, der Schwerlastauflieger M1000 sowie der Kampfpanzer M1A2 SEP TUSK II Abrams. Nach dem Öffnen des Deckels gibt dieser den Blick frei auf die vielen Bauteile im prall gefüllten Karton. Alle Spritzlinge und Bauteile sind fein in Plastikfolie verpackt. Dazu kommt die Bauanleitung sowie Fotoätzteile und Decals. Offensichtlich ist diese Limited Edition in Kooperation mit Tiger Models entstanden, die den Bausatz des M1A2 SEP TUSK II Abrams aus dem Jahre 2015 beisteuerten. Insgesamt ein recht mächtiger Bausatz der einem schon jetzt ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Den Bausatz des M1070 HET und des Schwerlastaufliegers M1000 habe ich bereits HIER vorgestellt und werde nur noch vereinzelt darauf eingehen. Hauptsächlich werde ich hier den Bausatz des enthaltenen M1A2 SEP TUSK II Abrams betrachten.

Die Bauanleitung

Im Karton sind zwei separate Bauanleitungen enthalten. Für den Panzertransporter besteht die Bauanleitung im Brochüren-Stil aus insgesamt 12 Seiten. Beginnend mit der Übersicht der Spritzlinge und weiteren Bauteile sind diese dem Bau des M1070 HET und M1000 gewidmet. In insgesamt 27 Baustufen, welche aus 3D-Zeichnungen bestehen, sollen diese zusammengesetzt werden. Die Anleitung ist weitestgehend identisch zum bereits vorgestellten Bausatz mit der Artikelnummer 5002.

Für den M1A2 SEP TUSK II Abrams liegt eine eigene Bauanleitung, die Originale von Tiger Models, in Folie verpackt im Karton. Diese führt auf 6 Schwarz-Weiß-Seiten in 12 Baustufen ebenfalls anschaulich mit 3D-Bildern durch den Bau. Zusätzlich zu der Bauanleitung liegt ein farbiges Blatt als Bemalvorschlag bei. Dieses ist recht einfach gehalten und zeigt den Abrams in sandgelb. Als Farben werden dort welche von Tamiya empfohlen und aufgeführt.

Decals

Dem Bausatz liegt der bereits bekannte Decalbogen für den Panzertransporter bei. Auf diesem befinden sich die entsprechenden Markierungen und Hinweisschilder sowohl für den M1070 HET, den M1000 Trailer. Der Druck auch hier einwandfrei mit kräftigen Farben und ohne Versatz.
Für den Abrams werden leider keinerlei Decals mitgeliefert. Sehr schade wie ich finde.

Fotoätzteile

Die Ätzteile für den M1070 HET und M1000 Trailer entsprechen denen aus der vorherigen Vorstellung.
Für den M1A2 Abrams SEP TUSK II liegt separat eine kleine Ätzteilplatine bei. Darauf enthalten die Staukorbablagen und die Freund-Feind-Kennungen. Nichts Weltbewegendes aber immerhin.

Die Bauteile

Die Bauteile für den M1070 HET, den M1000 Trailer können, wie bereits erwähnt, HIER näher betrachtet werden.
Der Bausatz des M1A2 SEP TUSK II Abrams kommt mit 4 Spritzlingen aus dem bekannten hellgrauem Polystyrol von TAKOM daher. Im Originalbausatz sind diese noch beige. Dazu gibt es einen Spritzling mit Klarsichtteilen. Schauen wir uns die Bauteile mal näher an.

Beginnen wir mit der Unterwanne. Diese besteht aus Bauteilen für den Boden, die Seitenwände und den Minenschutz. Die Bauteile sind hier recht einfach gehalten. An den Seitenteilen befinden sich angegossen die Schwingarme.

Das Heck der Wanne ist fein detailliert und die markanten Abgasgitter für das Turbinentriebwerk des Abrams gelungen.

Das Fahrwerk des M1A2 SEP TUSK II Abrams Bausatzes besteht aus Kettensegmenten und „Fahrwerksbaugruppen“. Bei den Fahrwerksbaugruppen sind die Laufrollen bereits auf die unteren Ketten aufgegossen. Sie wirken von den Details recht einfach.

Weitere Kettenteile sind in Segmenten angeordnet. Die markanten Kettenpolster sind zwar erkennbar aber insgesamt sind die Details nicht überragend.

Die Oberwanne besteht aus dem großen Wannenoberteil sowie den Seitenschürzen und der TUSK Zusatzpanzerung. Das Wannenoberteil zieren feine Details und dennoch wirken sie nicht so recht scharfkantig, was sich bei allen Bauteilen irgendwie bemerkbar macht.

Die schweren Seitenschürzen mit ihren Segmenten gefallen.

Die TUSK II Ausstattung besteht ebenfalls aus mehreren Komponenten. Die dachziegelartigen Anbauten können aber überzeugen und sind gut wiedergegeben.

Kommen wir zum Turm. Der größte Teil des Turmes besteht aus den Bauteilen für das Unterteil und das Oberteil. Ist das Unterteil sehr einfach gehalten so zeigt das Oberteil feine Details wie z.B. Schweißnähte. Leider dennoch insgesamt von der bereits erwähnten Einfachheit.

Zusätzlich zu diesen Bauteilen gibt es die markanten Staufächer an der Seite und am Heck des Turmes. Die Relings scheinen mir allerdings etwas zu dick geraten zu sein. Die passenden Böden liegen als Ätzteile bei und verhelfen zu einem feinen Erscheinungsbild.

Die Rohrblende ist ebenfalls nicht von besonderen Details geprägt. Das Rohr allerdings besteht aus einem Stück. Leider ist hier aufgrund der Formentrennnaht Schleifen angesagt.

Die separaten Luken und Winkelspiegelaufnahmen können schon wieder mehr Details ausspielen und gefallen.

Die Schutzpanzerung der Waffenstation auf dem Turm besteht wie beim Original aus mehreren Bauteilen, welche mit den Klarsichtteilen ergänzt werden sollen.

Die passenden Klarsichtteile sind auf einem extra Spritzling vorhanden. Die kleinen Scheiben müssen in die Wände eingeklebt werden. Auch für die Lafettenringe sind die Winkelspiegel als Klarsichtteile ausgebildet. Vorbildlich. Beim Originalbausatz waren die Klarsichtteile noch als einzelne Bauteile auf einer Trägerfolie enthalten.

Dazu kommen noch etliche Kleinteile für Antennen, Kanister und das Stromerzeugeraggregat und die Klimaanlage.

Die Bauteile des M1A2 SEP TUSK II Abrams wirken dabei oft relativ einfach und es fehlt ihnen im Gegensatz zu den Bauteilen des Panzertransporters an vielen kleinen Details. Zusammengebaut und auf dem Panzertransporter in Szene gebracht, aber mehr als ausreichend.

Referenzen

Referenzen sind für den M1070 HET und den M1000 Trailer unter Prime Portal zu finden. Literatur dazu gibt es von Squadron mit der Nummer 10262 und dem Titel „M911 & M1070 HET Heavy Equipment Transporter“

Zum M1A2 SEP TUSK II Abrams ist ebenfalls ausreichend Literatur und Referenzmaterial verfügbar. Auch hier seien die klassischen Anlaufstellen wie Prime Portal genannt. Meine Literaturempfehlung lautet Tankograd American Special No. 3009 von Carl Schulze.

Zusammenfassung

Der Bausatz des M1070 HET & M1000 w/ABRAMS TANK von TAKOM liefert erneut gleich 3 Bausätze in einem. Die Bauteile des Panzertransporters überzeugen auch hier. Die Bauteile des M1A2 SEP TUSK II Abrams können teilweise überzeugen stellen sich aber recht vereinfacht dar. Sie haben dankenswerterweise schmale Angüsse und Auswerfermarken an unsichtbaren Stellen. Die Details der Bauteile sind für diesen Maßstab und das Baujahr in Ordnung. Die enthaltende Bauanleitung führt übersichtlich und verständlich durch den Bau. Die Mischung zwischen Klarsichtteilen, normalen Bauteilen und Fotoätzteilen ist gelungen. Insgesamt eine tolle Limited Edition von imposanter Größe und Detailliertheit.

Fazit

Mit der Limited Edition des M1070 & M1000 w/ABRAMS TANK hat TAKOM auch diesmal hervorragende Arbeit geleistet. Details, Abmessungen und auch Konstruktion des Panzertransporters überzeugen vollständig. Die Kooperation mit Tiger Models finde ich gelungen und lässt eine tolle Kombination entstehen. Dennoch sieht man dem Bausatz des M1A2 SEP TUSK II Abrams sein Alter an. Zwischen beiden Bausätzen liegen Welten. Mein Gesamteindruck: Empfehlenswert!


Produktinformation

Artikelbezeichnung : M1070 & M1000 w/ABRAMS TANK Limited Edition

Art. Nr. : 5002X
Maßstab: 1:72
Bausatztyp: Kompletter Bausatz
Material: Polystyrol-Spritzlinge, Fotoätzteile
Hersteller: TAKOM – http://www.takom-world.com
Preis : ca. 55,00 EUR

Bausatzhistorie

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an TAKOM für die freundliche Bereitstellung des Besprechungsmusters.

TAKOM: M1070 HET & M1000 w/ABRAMS TANK Limited Edition
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