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Der M48 – der Kampfpanzer der ersten Stunde der Bundeswehr. Neben den mittleren Kampfpanzern mit der 90mm und 105mm-Kanone gab es den M48 A2G auch als Pionierpanzer. Er ist quasi der Vorläufer des Dachs. Perfect Scale Modellbau hat sich diesem Typ des M48 gewidmet und bietet einen Umbausatz für den M48 von Revell, den ich mir gerne näher anschaue.

Das Original

1956 war für die Bundeswehr ein Gesamtbedarf von 3000 Kampfpanzern festgestellt worden. Neben dem bereits übergangsweise beschafften M47 blieb noch unklar, welcher Panzer beschafft werden sollte. Nach einer Vergleichserprobung zwischen dem britischen Centurion und dem amerikanischen M48 entschied sich die Bundeswehr 1957 für den mittleren Kampfpanzer M48 A1 „General Patton II“. Dieses hochkomplexe aber einfach zu bedienende und mit einem relativ hohen Wartungsaufwand versehende Fahrzeug war bis Mitte der 1960 der Standardkampfpanzer der NATO.
Ausgestattet mit einer selbstragenden, aus Panzerstahl gegossenen Wanne bot der M48 A1 Schutz gegen leichte Infantriewaffen, Splitter leichtkalibriger Artilleriegeschosse sowie die Explosion von Panzerminen für die Besatzung.
Als Pionierpanzer trat der M48 A1 erstmalig 1959 bei Panzerpionierkompanien in Erscheinung. Die Fahrzeuge waren mit 90 mm Kanone, Maschinengewehr 12,7mm und Maschinengewehr 7,62mm ausgestattet. Dazu erhielt der M48 ein hydraulischen Räumschild (Typ M8 A1). Besaß der M48 A1 noch etliche Kinderkrankheiten, so waren diese mit der Einführung des M48 A2 und M48 A2C vorbei. Der mittlere Kampfpanzer M48 A2 zeichnete sich durch die Verwendung eines neuen Motors aus. Beim M48 A2C wurde ein Mischbild-Entfernungsmesser nachgerüstet. Bis 1987 sind 53 Pionierpanzer in der Bundeswehr nachweisbar. Jede PzPi-Kompanie verfügte über zwei dieser Fahrzeuge während in reinen Panzerkompanien nur das Fahrzeug des Kp-Truppführers über ein Räumschild verfügte. Mit dem Zulauf des Leopard 2 wurden die M48 in den Heimatschutzbrigaden versetzt. Einige der M48 A2 mit ausgebauter Bordkanone versahen sie ihren Dienst bis ca. 1980 weiterhin als Pionierpanzer M48A2GA1.

Der Bausatz in der Übersicht

Der Bausatz mit der Artikelnummer 35149 von PSM ist für den Basisbausatz des M48 von Revell vorgesehen. Wie bereits von PSM bekannt wird auch dieser Bausatz im typischen stabilen Karton geliefert. In Druckverschlussbeuteln, umgeben von Verpackungschips und Luftpolsterfolie, befinden sich die insgesamt 104 Bauteile aus hellgrauem Resin sowie zwei PE-Platinen und Kupferseile unterschiedlicher Stärke. Weiterhin ist dem Multimedia-Bausatz noch eine mehrseitige Bauanleitung hinzugefügt.

Die Bauanleitung

Die farbige im DIN-A4-Format gehaltene Bauanleitung umfasst 5 Seiten. Beginnend mit den allgemeinen Warnhinweisen in Deutsch und Englisch und der ausführlichen Teileliste, führt die Anleitung anhand von Baustufen-Fotos durch den Bau. Zusätzliche Hinweise in Deutsch und Englisch sowie kleine Zeichnungen ergänzen diese. Die Baustufen sind klar erläutert und sinnvoll gewählt, und sollten somit einen problemlosen Zusammenbau zulassen.

Fotoätzteile

Wie bereits erwähnt befinden sich in dem Umbausatz zum M48 A2CG zwei Ätzteilplatinen. Diese sind sauber geätzt und enthalten Bügel, Steege, Kettchen und Ösen. Die Auswahl der Kleinteile ist sinnvoll und zweckmäßig gewählt.

Die Bauteile

104 Bauteile aus hellgrauem Resin sind in diesem Umbausatz enthalten. Diese befinden sich durchweg auf Angusssockeln. Auf den ersten Blick konnte ich keine Gussfehler erkennen. Weder Luftblasen noch Versatz zeigte sich bei den Bauteilen des mir vorliegenden Bausatzes. Etwas Bruch bei den filigraneren Bauteilen ist sicherlich dem Versand geschuldet und erträglich. Der Umbausatz wartet also mit der gewohnt guten Qualität von Perfect Scale Modellbau auf.

Das primäre Bauteil des gesamten Umbausatzes ist sicherlich der Dozer M8 A1. PSM verfolgt hier den gleichen Ansatz zum Anbau an den Basisbausatz wie bereits beim Bausatz des Brückenlegers Biber. Der komplette vordere Wannenteil ist durch ein Bausatzteil zu ersetzen. Hier ist ein bisschen Fingerspitzengefühl und sicherlich Modellbauerfahrung erforderlich. Mehrfaches Anpassen kann man hier nur empfehlen.

Die Steege und Halterung als auch die Zylinder für das Räumschild sind gut gemacht, detailliert und in den Dimensionen stimmig. Auch die weiteren Bauteile zur Befestigung des Schildes sind schön detailliert und von einwandfreiem Guss. Das Räumschild selbst ist ebenfalls stimmig und zeigt weder Verzug noch Gussfehler. Schön detailliert und in Kombination mit den Kupferseilen sowie dem Hebegestänge wirkt alles sehr realistisch. Das Räumschild kann beweglich gebaut werden. Somit ist die Stellung des Räumschildes beliebig änderbar. Die notwendigen Bauteile hier sind zum Teil recht filigran und ein gewisse Erfahrung ist hier in meinen Augen erforderlich.

Weiter geht es mit den notwendigen Änderungen zum Betrieb des Dozer – der Hydraulik. Auch hier liefert PSM die notwendigen Teile mit. Dazu gehören die Abdeckungen für die Hydraulikleitungen als auch die Beiden auf der Wanne zusätzlich befestigten Hydrauliktanks. Auch hier sind alle Details sehr schön ausgeführt. Beim Anbau der Bauteile sind Anpassungen notwendig. Mehrfaches Prüfen ist auch hier empfohlen.

Neben noch kleineren Änderungen am Heck des Basisbausatzes gibt es nun noch die passenden Bauteile für den Turm. Am Auffälligsten hier der Wegfall der Kanone. Hier liefert PSM eine komplett neue Blenden-Abdeckung. Deren Details und Faltenwurf sind gut gelungen.

Der auf der Blende befestigte Weißlicht-Scheinwerfer ist ebenfalls enthalten und besteht aus mehreren fein gefertigten Bauteilen. Auch hier gibt es in Bezug auf Details und Qualität keinen Grund zur Klage.

Neben diesen auffälligen Bauteilen gibt es noch zahlreiche weitere Detailierungen, die der Bausatz für ein realistisches Modell liefert. Dazu gehören z.B. die geänderte Nebelmittel-Wurfanlage – mit entsprechenden Kettchen als Fotoätzteile – sowie die Staukiste und die Gepäckgitter am Heck des Turmes. Auch hier überzeugen sowohl Guss als auch Details. Die Antennen aufgrund der geänderten Funkanlage als auch die höhergesetzten Scheinwerfen oder das Leitkreuz und Abschleppkupplung fehlen natürlich auch nicht. Teilweise recht filigran, ist hier besondere Vorsicht bei den Bauteilen geboten.

Referenzen

Leider sieht es mit Referenzen im Internet schlecht aus. Passende Literatur wo der Pionierpanzer zumindest erwähnt wird erhält man von Tankograd in der Serie Militärfahrzeug Spezial mit der Ausgabe Nr. 5011 „Der Kampfpanzer M48 in der Bundeswehr“ und ganz aktuell Nr. 5064 „’Cold War Warrior’ – PANZER M 48“

Zusammenfassung

In gewohnt guter Qualität und zweckmäßig zusammengestellt liefert PSM hier einen exotischen Umbausatz zum M48 A2CG Pionier Panzer. Die Bauteile sind gut gemacht und erfordern als Basis den M48-Bausatz von Revell. Gußfehler konnte ich keine feststellen, dafür etwas Bruch vom Anguss was aber nicht der Rede wert ist. Mit der klar gegliederten Anleitung erhält der Modellbauer einen ansprechenden Bausatz zu einem angemessenen Preis für ein Modell aus der Zeit des kalten Krieges. Erwähnt sein noch, das aus meiner Sicht eine gewisse Erfahrung beim Bau des Modells aufgrund der filigranen und detaillierten Bauteile erforderlich ist.

Fazit

Detailreicher und durchdachter Multimediabausatz dessen Qualität mehr als überzeugt. Schön das sich Perfect Scale Modellbau dem M48 A2CG Pionier Panzer als Exoten aus der Zeit des kalten Krieges angenommen hat. Eine Bereicherung in der Sammlung von Bundeswehr-Fahrzeugen der frühen Jahre. Mir gefällts!

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Produktinformation

Artikelbezeichnung : M48 A2CG Pionier Panzer

Art. Nr. : 35149
Maßstab: 1:35
Bausatztyp: Umbausatz
Basisbausatz: Revell M48 A2GA2 (03236)
Material: Resin
Hersteller: Perfect Scale Modellbau – http://www.perfect-scale.de
Preis : 46,95 EUR

Bausatzhistorie

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an Perfect Scale Modellbau für die freundliche Bereitstellung des Besprechungsmusters.

Perfect Scale Modellbau: M48 A2CG Pionier Panzer
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