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Riesengroß, kräftig und dickhäutig: So könnte man den Schwerlasttransporter (SLT) 2 Mammut beschreiben, wenn man neben ihm steht. Mit dem SLT2 ist die Bundeswehr in der Lage die wuchtigsten Großgeräte zu transportieren. Y-Modelle bietet uns Modellbauern dieses „Urtier“ im Maßstab 1:72 als Bausatz. Und den schaue ich mir mal näher …

Das Original

Der SLT 2 Mammut wurde ab 2009 zusammen mit der Bundeswehr entwickelt und 2012 in Dienst gestellt. Wurden zuerst 12 Stück ausgeliefert, erfolgte 2015 ein Folgeauftrag an RMMV (Rheinmetall-MAN Military Vehicles) für weitere 7 Stück. Der SLT 2 löste seine Vorgänger, den SLT 50 Elefant und den SLT 56 Franziska ab. Der Fuhrpark der Bundeswehr hatte sich durch die moderne Technik und die Auslandseinsätze geändert. Erweiterter Schutz vor Minen und Beschuss zollten Ihr Tribut an den Gefechtsfahrzeugen – das Gewicht. Mit dem enormen Gewichtszuwachs war der Transport der Fahrzeuge nicht mehr sichergestellt. Auf diese Herausforderung beim Abschub von Material oder Schadgerät reagierte die Bundeswehr mit dem neuen Mammut.

Der Mammut basiert auf einem MAN HX 81 Fahrgestell, die FSA Kabine stammt von Rheinmetall (RMMV). Mit einem Eigengewicht von 26t und einer max. Zuladung von 70t bei einer Länge von 9,47m, Breite von 2,55m und einer Höhe von 3,83m handelt es sich wahrlich um ein „Dickes Ding“.

Die Zugmaschinen sind technisch und ergonomisch auf dem neuesten Stand. Mit dem 30-Tonnen-Dreiachsanhänger, dem 50-Tonnen-Vierachsanhänger und dem 70-Tonnen-Siebenachsanhänger stehen der Logistiktruppe drei Auflieger für verschiedene Lasten zur Verfügung. Mit der gehärteten Fahrerhauskabine mit ABC-Schutzbelüftungsanlage und verbesserter Schutzausstattung gegen Infanteriewaffen und Granatsplitter ist ein ausreichender Schutz für die Besatzung sichergestellt. Je nach Bedarf kann die Zugmaschine mit der Fernbedienbaren Leichten Waffenstation (FLW) 100 zum Selbstschutz ausgestattet werden. Die Besatzung besteht aus Fahrer und Beifahrer, wobei im hinteren Teil der Kabine weitere Notsitze für die Besatzung zu bergender Fahrzeuge vorhanden sind.
Ausgestattet mit einem turboaufgeladenen MAN V8-Diesel-Motor mit Ladeluftkühlern mit einer Leistung von 500 KW (680 PS) sowie einem 12-Gang-Automatikgetriebe ist der Mammut auch für das Fahren in unwegsamem Gelände geeignet. Weiterhin ist das Fahrzeug mit Rädern mit Notlaufeigenschaften ausgestattet. Mit seinen zwei automatischen 20-Tonnen-Seilwinden zu je 75m Länge und der 8-Tonnen-Bergewinde ist er auch bestens für Bergeeinsätze geeignet.

Der Bausatz in der Übersicht

Der Bausatz des SLT 2 – MAMMUT genauer gesagt der Zugmaschine MAN HX81 – 44.680 – 8×8 – BBS von Y-Modelle mit der Artikelnummer Y72.109 wird im stabilen weißen Pappkarton mit farbigem Deckelbild geliefert. Darin in Druckverschlussbeuteln gut verpackt die ca. 50 Bauteile aus Resin sowie Klarsichtteile, eine kleine Ätzteilplatine und die farbige Anleitung als Brochüre im Format DIN A5.

Die Bauanleitung

Die farbige Bauanleitung im Format DIN A5 enthält 8 Seiten. Beginnend mit den allgemeinen Sicherheitshinweisen und den Hinweisen zum Umgang mit Resinbauteilen folgt die ausführliche Bauteilübersicht. Darin sind alle Bauteile nummeriert und bezeichnet. Die eigentliche Montaganleitung besteht aus lediglich 2 Seiten. Diese enthalten die 3D-Explosions-Zeichnungen mit den Hinweisen zur Positionierung der Bauteile. Dabei hilft die unterschiedliche Einfärbung der Bauteile. Insgesamt übersichtlich, gut lesbar und verständlich. Dazu kommen 3 Seiten mit unterschiedlichen 3D-Ansichten des CAD-Modells.

Fotoätzteile

Im Bausatz des MAN HX81 – 44.680 – 8×8 – BBS ist eine kleine Ätzteilplatine enthalten.

Die PE-Teile sind sinnvoll und werden für Gitter, Auftritt, Bügel und z.B. Schmutzfänger eingesetzt. Die Konstruktion und die Ausführung ist einwandfrei. Zu beachten ist, das die Teile äußerst filigran sind. Hier die Teile in der 3D-Zeichnung:

Die Bauteile

Die 50 Bauteile aus olivgrünem und schwarzem Resin machen durchweg erstmal einen sehr guten Eindruck. An den vielfältigen feinen Details macht sich die 3D-Konstruktion und der Masterbau aus dem 3D-Drucker bemerkbar. Neben den Resinteilen gibt es noch ein mit den Fenstern vorgestanztes Klarsichtsheet.
Schauen wir uns die Bauteile mal näher an und beginnen mit der Fahrerkabine. Diese besteht aus mehreren Bauteilen, wobei ganz klar das Bauteil der Karosse ins Auge fällt. Auf einem Sockel angebracht sind die Scheibenöffnungen mit Resinresten verschlossen, welche der Modellbauer entfernen muss. Die Details der Kabine wie z.B. die Schutzausstattung mit ihrer Verschraubung oder auch die Schriftzüge sind super dargestellt. In Bezug auf den Guss konnte ich keine Fehler feststellen.

Die Türen der Kabine sind separat auf einem Angussstück enthalten und zeigen ebenfalls fast perfekte Details. Somit lassen sich diese auch offen darstellen und geben den Blick in die Kabine frei.

Für das Innere der Kabine gibt es ein eigenes Bauteil. Dieses kombiniert die Innenausstattung mit den 4 Sitzen und dem Armaturenbrett sowie die Bodengruppe. Auch hier überzeugen die Details, wie z.B. die filigranen Schalter am Armaturenbrett zeigen. Ich finde es gelungen.

Weiterhin gehören zur Kabine die mächtigen Spiegel und die Scheibenwischer, welche als eigenständige Bauteile ausgelegt sind. Auch diese sind stimmig und eindrucksvoll detailliert. Schwierig wird aber hier das freilegen der Wischer aus der Gusshaut werden, da diese doch recht filigran sind.

Die Scheiben für die Kabine sind in Form eines kleinen Klarsicht-Sheets enthalten. Darauf befinden sich die 4 Scheiben, welche bereits vorgeschnitten sind. Ich bin mir nur nicht ganz sicher, ob diese nicht im Verhältnis zum Original zu dick ausgelegt sind.

Letzlich kommen auf einem eigenen Anguss noch das Lenkrad, Antennenfüsse und der Adapter der für die FLW daher. Auch hier ist eine ruhige Hand und Ausdauer beim Entfernen der Gusshaut angesagt.

Weiter geht es mit dem Rahmen. Dieser ist einteilig ausgelegt. Zahlreiche Versteifungen und Gußkanäle sind zu entfernen bis dieser freiliegt. Auch hier überzeugen allerdings die Details. Seien es Schrauben, Nieten oder auch einige Anbauteile wie Druckbehälter oder Stabilisatoren – es sieht klasse aus und ist stimmig.

Auch die wuchtige Stoßstange des MAN kommt als Einzelteil aber in sich komplett daher. Auch hier ist die Detailierung absolut gelungen, wenn man dies mit dem Original vergleicht. Der Guss gewohnt scharfkantig und einwandfrei.

Kommen wir zum Fahrwerk. Die hinteren beiden Achsen sind als ein komplettes Bauteil auf einem Anguss enthalten. Auch hier bin ich von den Details fasziniert. Blattfedern, Vorgelege, Stabilisatoren, Schrauben und Rippen – einfach klasse. Wie man bei dem folgenden Bild sehen kann, zeigen sich in der Großaufnahme die Schichten des 3D-Druckers. Aber keine Angst, am Modell ist das sicherlich nicht mehr zu sehen.

Die beiden Vorderachsen zeigen die gleiche Detailtiefe, sind aber einzelne Bauteile. Auch hier ist die nötige Vorsicht beim versäubern geboten.

Auch an die notwendigen Kardanwellen, 3 Stück an der Zahl, wurde gedacht. Klein und fein sind auch diese mit Vorsicht zu genießen.

Die Räder selbst sind aus schwarzem Resin gegossen. Wie von Y-Modelle bereits bekannt sitzt der Anguss an der hinteren Reifenwand und nicht auf dem Profil. Profil und Felge sind schön und stimmig dargestellt und der Herstellerschriftzug auf der Flanke fehlt auch nicht.

Zu den Anbauteilen am Rahmen zählen die markanten und mächtigen Radabdeckungen. Auch hier geizt Y-Modelle nicht mit Details und der Guss ist ebenfalls als einwandfrei zu bezeichnen. Teilweise sind hier die Anbauteile wie z.B. Unterlegkeile bereits angegossen. Der mächtige Tank ist ein einzelnes Bauteil und überzeugt ebenfalls.

Hinter der Fahrerkabine sitzen die beiden Bergewinden, der Schwerlastturm, das Ersatzrad und weitere Aggregate. Diese fehlen natürlich in diesem Bausatz nicht. Die Bauteile hierfür sind wiederrum auf entsprechenden Angüssen enthalten. Auch hier zeigen sich tolle Details. Der Vergleich mit dem Original zeigt hier keine Lücken. Insgesamt sind hier mehrere Aggregate pro Bauteil zusammengepackt. Der schichtweise Aufbau der Master ist hier bei genauerer Betrachtung ebenfalls erkennbar. Insgesamt gelungen.

Last but not least noch weitere filigrane Bauteile die den MAN komplettieren.

Referenzen

Wie immer ist hier die Suche im Internet auf den einschlägigen Seiten angeraten. Einen tollen Walkaround mit vielen Details ist in der FastTrack-Ausgabe von Carl Schulze aus dem Tankograd Publishing Verlag zu finden. Referenzfotos liefert die Walkaround-DVD 371-1 von Dio Factory.

Zusammenfassung

In diesem Multimedia-Bausatz sind die verhältnismäßig überschaubaren Bauteile aus grünem und schwarzem Resin in Kombination mit Fotoätzteilen konstruktiv gut gemacht. Der Guss der Bauteile ist wie von Y-Modelle gewohnt einwandfrei und auch der Bau sollte nicht zu großen Schwierigkeiten führen. Die Detailtiefe der Bauteile ist für ein 1:72-Modell einfach fantastisch und steht dem Original in nichts nach. Kleinserie und Details rechtfertigen meiner Meinung nach den hohen Preis.
Fehlt nur noch der passende Auflieger. Keine Angst, auch der ist von Y-Modelle erhältlich. Ein Vorstellung wird hier ebenfalls erfolgen. Also: dranbleiben.

Fazit

Für mich als Freund von modernem Militärgerät und Braille-Scaler ein Must-Have! Der Bausatz des MAN HX81 – 44.680 – 8×8 – BBS – der Zugmaschine des aktuellen Schwerlasttransporters der Bundeswehr – von Y-Modelle überzeugt in Punkto Gußqualität und fantastischer Detailierung. Top!

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Produktinformation

Artikelbezeichnung : SLT 2 – MAMMUT MAN HX81 – 44.680 – 8×8 – BBS

Art. Nr. : Y72.109
Maßstab: 1:72
Bausatztyp: Kompletter Bausatz
Material: Resin, Fotoätzteile, Klarsichtteile
Hersteller: Y-Modelle – http://www.y-modelle.de
Preis : ca. 69,90 EUR

Bausatzhistorie

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an Y-Modelle für die freundliche Bereitstellung des Besprechungsmusters.

Y-Modelle: SLT 2 – MAMMUT MAN HX81 – 44.680 – 8×8 – BBS
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