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1:72 – für mich ein toller Maßstab. Moderne Bundeswehrfahrzeuge sind dort hauptsächlich von Revell und wenige von Dragon und Italeri bekannt. Nun hat auch Y-Modelle sein Sortiment in diesem Segment weiter ausgebaut. Mit der Produktion von zwei Dingo-Modellen – dem Dingo 2 Pat Sich und OptInfo – gibt es nun für den Liebhaber des kleinen Maßstabs zwei weitere moderne Bundeswehrfahrzeuge. Betrachten wir uns die beiden Bausätze mal näher…

Das Original

Das hochmobile Radfahrzeug DINGO 2 wurde von Krauss-Maffei Wegman entwickelt. Es trägt durch sein Schutzkonzept dem Anspruch nach Sicherheit von Soldaten im militärischen Einsätzen Rechnung. Dabei werden die Insassen höchstmöglich vor Panzer- und Schützenabwehrminen, IIEDs, Handfeuerwaffen sowie Splittern von Artillerie- und Mörsermunition geschützt. Ein Schutz gegen ABC-Kampfstoffe ist ebenfalls vorhanden.
Basierend auf dem Fahrgestell des Unimog bietet der DINGO 2 neben seinem Schutz- und Mobilitätseigenschaften ein variables Ausrüstungskonzept. Dieses ermöglicht für aktuelle wie auch zukünftige Missionen spezifische Ausrüstung. Zu den unterschiedlichen Rüstsätzen gehören zum Beispiel Gefechtsstand, ABC-Aufklärung, Ambulanz oder wie die beiden Modelle Patrouillen und Sicherungsfahrzeug bzw. Operative Information.

Die Bausätze in der Übersicht

Beide Bausätze kommen in einem stabilen weißen Pappkarton mit farbigen Deckelbild daher. Der Dingo 2 – 3.3 Pat Sich mit der Artikelnummer Y72-138 und der Dingo 2 – 3.1 OP-Info mit der Artikelnummer Y72-136. Bei beiden Bausätzen handelt es sich um vollwertige Bausätze aus Resin. An dieser Stelle sei angemerkt, das Y-Modelle ebenfalls einen Umbausatz im Maßstab 1:35 (Y35-143) für den Dingo 2 von Revell zum Dingo 2 OptInfo liefert, welchen ich bereits hier vorgestellt habe.

In den Kartons der 72er-Modelle befinden sich jeweils neben der Bauanleitung, einem kleinen Decalbogen und Klarsichtteilen die in Folientaschen eingeschweißten mehrfarbigen, aus Resin bestehenden, Bauteile.

Die Bauanleitung

Die beiden farbigen Bauanleitungen kommen im DIN A5 Format als Brochüre daher. Neben den Sicherheitshinweisen und dem Hinweisen zum grundsätzlichen Umgang mit Resin sowie der ausführlichen Bauteilübersicht, sind die einzelnen Baustufen zum Bau der Modelle abgebildet. Diese bestehen aus 3D-Explosions-Zeichnungen der einzelnen Bauteile. Diese Art der Darstellung setzt sich bei Y-Modelle wohl nun durch und löst die Foto-Anleitungen ab. Ich begrüße dies ausdrücklich. Die Verwendung verschiedener Farben bei der Darstellung der Bauteile hilft dabei auch komplexere Baustufen gut auseinanderzuhalten. Zwei Fotos vom fertig gebauten Modell am Ende der Bauanleitung dienen als Anleitung für die Tarnbemalung sowie als Positionierungshilfe für die mitgelieferten Decals.
Die Anleitungen sind eindeutig und klar verständlich. Es sollte also hier zu keinen Fragen kommen.

Decals

Beide Modelle enthalten einen kleinen Decalbogen. Diese im Digitaldruck entstandene Bögen erfordern den randgenauen Ausschnitt der Decals. Der Druck selbst ist einwandfrei. Beide Bögen enthalten neben den Hoheitsmarkierungen die MLC-Schilder sowie zwei unterschiedliche Kennzeichen.

Die Bauteile

Die Bauteile der beiden Dingo sind überwiegend aus Resin. Entstanden als 3D-Konstruktion und gemastert im 3D-Druck habe ich insgesamt 46 Bauteile beim Bausatz des Dingo 2 – 3.3 Pat Sich und 37 beim Dingo 2 – 3.1 OP-Info gezählt. Alle Bauteile kommen auf Sockeln daher. Y-Modelle liefert hier unterschiedlich gefärbte Bauteile in den Farben schwarz und olivgrün. Viele der Bauteile sind bei beiden Modellen identisch, was logisch ist, da das Basisfahrzeug identisch ist.

Die größten Bauteile machen das Fahrwerk mit Rahmen sowie den Aufbau aus. Der Guss dieser Bauteile ist hervorragend. Weder Beschädigungen noch Verzug oder Luftblasen lassen sich erkennen. Die Details sind eine Augenweide bedenkt man den kleinen Maßstab. Selbst das KMW-Logo auf der Haube der Dingo 2 ist klar zu erkennen. Der Rahmen beinhaltet den komplett abgebildeten Antriebsstrang. Einfach toll gemacht.

Am hinteren Aufbau unterscheiden sich die beiden Modelle. Dennoch ist es interessant, dass der Dingo 2 – 3.1 OP-Info zwei Bauteile hierfür enthält. Das eine Bauteil entspricht dem des Dingo 2 – 3.3 Pat Sich und das zweite der OP-Info Variante als Hardtop, welche die Öffnung für den Lautsprechermast enthält.

Für den Dingo 2 – 3.1 OP-Info sind die zusätzlichen Bauteile wie Antennen und Lautsprechermast sowie Lautsprecheranlage enthalten. Die offene Dachluke lässt sich hier entweder geschlossen oder mit ausgefahrenem Mast bauen. Auch hier einwandfreier Guss und klasse Details.

Weiter geht es mit den Rädern. Neben der bekannten gut gemachten Anguss-Art von Y-Modelle sind Dimensionen und Profildarstellung gelungen. Selbst die seitlichen Herstellerschriftzüge sind klar erkennbar.

Der Innenraum der beiden Fahrzeuge, bestehend aus schwarzen Resin-Bauteilen, ist sehr schön nachgebildet. Sowohl Armaturenbrett mit Mittelkonsolen als auch die Sitzreihen im Dingo sind hervorragend detailliert. Sogar die Schalter sind klar erkennbar. Ein Augenschmaus für Liebhaber von Details. Schade das diese im Innenraum einfach verschwinden.

Was jetzt noch fehlt sind die Waffenanlagen der beiden Dingo’s. Beim Dingo 2 – 3.1 OP-Info ist die FLW 100 mit MG sehr schön und fein, aber schaut man sehr genau hin, so sieht man dann eben doch die Grenzen der Machbarkeit aufgrund des kleinen Maßstabes. Dennoch sind hier die Details einfach hervorragend und von einer fantastischen Filigranität.

Beim Dingo 2 – 3.3 Pat Sich stellen sich dem Modellbauer mehrere Optionen. Mitgeliefert werden die gleichen Bauteile der FLW 100 wie bei der Variante OP-Info und Bauteile zum Bau der FLW 200. Für die FLW 200 wird die Filigranität nochmals getoppt! Die höhere Lafettenaufnahme mit Nebelmittelwurfbechern und die Wahlmöglichkeit zwischen Granatmaschinenwaffe (GMW) und schwerem MG (sMG .50). Die Lafette wird aus mehreren Bauteilen zusammengefügt, was etwas Geduld vom Modellbauer erfordert. Die Beiden Waffen sind trotz ihrer Größe klasse ausgebildet.

Zu den Resinbauteilen gibt es zusätzlich noch Klarsichtteile für die Fenster der Dingo’s. Die Bauteile befinden sich auf einem kleinem transparenten Sheet, welche mit einer Trägerfolie überzogen ist.

Referenzen

Neben der Webseite des Herstellers oder die Webseite von Ralph Zwilling (Tank-Masters) sei auch hier auf die einschlägigen Quellen im Internet verwiesen. An Literatur sei auf die Bände Nr. 5037 DINGO 2 – Das Allschutz-Transportfahrzeug in der Bw und Fast Track 12 Dingo 2 GE A3.3 PatSi Patroullien- und Sicherungsfahrzeug aus dem Hause Tankograd Publishing verwiesen. Für Freunde von Walk-Around-DVD’s kann ich Dio-Factory empfehlen.

Zusammenfassung

Beide Fahrzeuge setzen sich aus relativ wenigen, großen Bauteilen zusammen, was einen schnellen Bau verspricht. Dennoch kommen die Details hier nicht zu kurz und können sich absolut sehen lassen. Einwandfreier Guss und durchdachte 3D-Konstruktion versprechen Bastelspaß und gute Bauergebnisse. Für den im oberen Segement angesiedelte Kaufpreis enthält der Modellbauer sehr gut detaillierte Fahrzeuge modernster Generation der Bundeswehr.

Fazit

Die beiden Dingo’s von Y-Modelle im kleinen Maßstab sind sehr gut gelungene Bausätze. Die Aufteilung der Bauteile sowie die Detailtiefe dieser sind hervorragend. Der Modellbauer erhält hier jeweils Top-Modelle von aktuellen Bundeswehrfahrzeugen. Absolut empfehlenswert!


Produktinformation

Artikelbezeichnung : Dingo 2 – 3.1 OP-Info
Art. Nr. : Y72-136
Maßstab: 1:72
Bausatztyp: Kompletter Bausatz
Material: Resin, PS
Preis : ca. 34,90 EUR

Artikelbezeichnung : Dingo 2 – 3.3 Pat Sich
Art. Nr. : Y72-138
Maßstab: 1:72
Bausatztyp: Kompletter Bausatz
Material: Resin, PS
Preis : ca. 34,90 EUR

Hersteller: Y-Modelle – http://www.y-modelle.de

Bausatzhistorie

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an Y-Modelle für die freundliche Bereitstellung der Besprechungsmuster.

Y-Modelle: Dingo 2 – 3.3 Pat Sich und 3.1 OptInfo in 1:72
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