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In 2017 im großen Maßstab von Revell auf dem Markt, schließt Modelltrans nun die Lücke im Maßstab 1:72 und liefert das Modell eines frühen Leoparden. Baubar in den Varianten für Deutschland, die Niederlande oder Belgien schaue ich mir den Bausatz des Leopard mal näher an.

Das Original

Die neu gegründete Bundeswehr erhielt ab 1956 als Erstausstattung US-Panzer vom Typ M47, die bereits bei ihrer Einführung als veraltet galten. Schon ein Jahr darauf schlossen Frankreich und die Bundesregierung ein Abkommen, gemeinsam einen neuen Standardkampfpanzer zu entwickeln. Er sollte maximal 30 Tonnen wiegen, mittelstark gepanzert und mit einem Leistungsgewicht von 30 PS pro Tonne stark motorisiert sein.
Bereits im Jahr 1956 begann die Entwicklung des Kampfpanzer Leopard. Dieser wurde nach einem Entwurf von Porsche, welcher als Gewinner der Ausschreibung 1963 mit dem Modell Typ 714 hervorging, ab dem Jahre 1964 hergestellt. An der Entwicklung des Leopard waren neben Porsche im Panzerbau erfahrene deutsche Konzerne beteiligt, darunter Rheinmetall und führend Krauss-Maffei. Nach 28 Prototypen und einer 0-Serie von 50 Fahrzeugen lief im September 1965 endgültig die Serienproduktion des nun Leopard getauften Kampfpanzers an.
30 Tonnen Gewicht, 70 Stundenkilometer Tempo, 625 Kilometer Reichweite und die Fähigkeit, 60 Prozent Steigung zu überwinden – das waren die beindruckenden äußeren Werte des Leopard. Als Bewaffnung wurde die britische 105mm Kanone L 7 A3 verbaut.
In all den Jahren wurden etliche Veränderungen am Leopard ausgeführt. Insgesamt 4744 Kampfpanzer Leopard wurden hergestellt, die unter bei vielen europäischen NATO Staaten ebenfalls eingeführt wurden. Zu den Nutzen zählten unter anderem Belgien, die Niederlande, Norwegen, Italien, Dänemark, Italien, Kanada, Australien, Griechenland und die Türkei. Erst mit Einführung des Leopard 2 Programmes wurde die Bezeichnung für den Leopard auf Leopard 1 erweitert. Somit führten dann alle frühen Leoparden die Bezeichnung Leopard 1.

Der Bausatz in der Übersicht

Im bekannt stabilen weißen Pappkarton mit farbigen Deckelbild kommt der Bausatz des Leopard 1 Early mit der Artikelnummer MT72198 daher. Hierbei handelt es sich um einen sehr frühen Leoparden. Im Karton selbst befinden sich zwei Druckverschlussbeutel, umgeben von Luftpolsterfolie, mit den Bauteilen aus hellgrauem Resin sowie die dreiseitige Baubeschreibung in Farbe. Laut Hersteller ist der Bau der deutschen, der belgischen oder auch der niederländischen Variante möglich.

Die Bauanleitung

Die dreiseitige Baubeschreibung im DIN-A4-Format besteht aus der nummerierten Bauteilübersicht und Fotos, die das gebaute Modell aus verschiedenen Blickwinkeln zeigen. Die Fotos und vor allem die ausführliche Nummerierung helfen dabei die Bauteile korrekt zu positionieren. Auch den möglichen Ausführungen für die deutsche, belgische oder niederländische Variante wird hier auf den Seiten Rechnung getragen. Alles in allem ist die Anleitung gut verständlich und sollte keine Fragen aufwerfen.

Decals

Decals sind weder für die deutsche, die belgische noch die niederländische Variante enthalten. Hier muss also die Restekiste herhalten was sie zu bieten hat. In Kürze wird MMI-Accessories hier Abhilfe schaffen. Hier schonmal ein kleiner Vorgeschmack:

Die Bauteile

Die 59 Bauteile des Leopard 1 Early – Bausatzes sind aus hellgrauem Resin hergestellt. Diese sind klassisch gesockelt, wobei sich die Angüsse, wie mittlerweile von Modelltrans gewohnt, sehr zum Vorteil des Modellbauers in Grenzen halten. Der erste Eindruck der vorliegenden Bauteile ist sehr gut.

Beginnen wir mit dem Fahrwerk. Bei Modelltrans hat sich die Variante des Fahrwerks in Form von kompletten Bauteilen mittlerweile etabliert. D.h. sowohl Ketten als auch Lauf-, Trag- und Umlenkrollen sowie Antriebskränze sind bereits fertig in einem Bauteil vereint. Lediglich die äußeren Laufrollen sind noch zu ergänzen. Zu erwähnen ist hier, dass die Laufrollen diesmal keine unkorrekten Querrillen mehr aufweisen. Sehr löblich! Auch die Darstellung der D139E2 Ketten sind gelungen. Die Schwingarme sind an der Unterwanne befestigt. Alle Fahrwerksteile zeigen einen guten Detaillierungsgrad und auch der Guss ist einwandfrei.

Kommen wir zur Wanne. Ober- als auch Unterwanne sind als einteiliges, massives Bauteil ausgebildet. Die vorderen Kettenabdeckungen sind schön detailliert. Die seitlichen Werkzeuge sind angegossen und müssen je nach zu bauenden Variante ggf. entfernt werden.

Sie werden in der belgischen und niederländischen Variante durch die Bauteile der Werkzeugkisten ersetzt.

Die zugehörigen Abgasgrätings liegen in zwei Varianten bei.

Dennoch ein kleiner Faupaux: Das Ersatzkettenglied am Heck ist leider von der falschen Kette.

Der Guss der Bauteile ist hier scharfkantig und gibt keinen Grund zum Meckern. So muss es sein.

Weiter geht es mit dem Turm und Bewaffnung. Der Turm selbst liegt ebenfalls als einteiliges, massives Bauteil bei. Die Ladeschützenluke ist offen darstellbar und die des Kommandanten ist leider verschlossen. Sehr schade! Die Gussstruktur ist gut wiedergegeben und auch die Befüllung der Gepäckkörbe überzeugt.

Das L7-Rohr ist einteilig ausgeführt und gut detailliert. Leider war bei mir der Ansatz zum Turm anscheinend abgebrochen. Auch in der Blende des Turmes fehlt das Befestigungsloch aufgrund des Angusses. Das ist etwas unglücklich. Hier ist Bohren und Stiften angesagt.

Auch die Sekundärbewaffnung, das MG3 für die deutsche und das MAG für die belgische und niederländische Variante, sind enthalten. Filigran, etwas mit Fischhaut versehen aber gut.

Der markante Weißlicht-Scheinwerfer ist ebenfalls vorhanden.

Besonders zu erwähnen sind die Abschleppseile. Diese legt Modelltrans in Form von zwei 0,6mm Kupferdrahtseilen bei. Die Schleppösen sind als Resinbauteile vorhanden. Das nenne ich vorbildlich.

Referenzen

Als Referenz ist die Ausgabe 1 der Leopard 1 Trilogy – Prototype to Production- von Michael Shackleton als auch die Ausgabe 5013 der Militärfahrzeug Special: Kampfpanzer Leopard 1 in der Bundeswehr – Frühe Jahre aus dem Tankograd Publishing Verlag zu empfehlen. Das ein oder andere passende Foto findet sich wie so oft auf den einschlägigen Seiten im Internet.

Zusammenfassung

Der Kleinserienbausatz des frühen Leoparden ist gut gemacht. Zahlreiche Details im Bereich des Turmes und der Wanne sowie die enthaltenen Bauteile zum Bau von unterschiedlichen Varianten sind vorhanden. Der Guss des Kit’s sowie Konstruktion, Bauanleitung und die zusätzlichen Kupferdrahtseile überzeugen. Leider enthält er keine Decals. Dennoch ein weiterer Bausatz aus Essen der seinen Kleinserienpreis sicherlich wert ist.

Fazit

Modeltrans Modellbau zeigt uns beim frühen Leoparden erneut sein KnowHow. Schöne Details, die Möglichkeit zum Bau von 3 Varianten, kombiniert mit durchdachter Konstruktion, vorbildlicher Bauanleitung und einwandfreiem Guss sprechen für den Bausatz. Für Freunde von Bundeswehrfahrzeugen und das auch noch im kleinen Maßstab erneut ein absolutes Muss! Weiter so.

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Produktinformation

Artikelbezeichnung : Leopard 1 Early (DE/NL/BE)
Art. Nr. : MT72198
Maßstab: 1:72
Bausatztyp: Kompletter Bausatz
Material: Resin
Hersteller: Modelltrans Modellbau – http://www.modelltrans.eu
Preis : ca. 33,- EUR

Bausatzhistorie

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an Modelltrans Modellbau für die freundliche Bereitstellung des Besprechungsmusters.

Modelltrans Modellbau: Leopard 1 Early
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