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Moderne Bundeswehrfahrzeuge sind mein Faible. Lange habe ich auf einen adäquaten Bausatz für den Pionierpanzer Dachs gewartet. Jetzt endlich ist es soweit: Perfect Scale Modellbau bietet nun den Dachs als Bausatz in den Varianten A1 und A2. Schauen wir mal, ob sich das Warten gelohnt hat…

Das Original

Für den Pionierpanzer 1 suchte die Bundeswehr einen Nachfolger. Die Entwicklung einer gepanzerten Pioniermaschine scheiterte und so baute im Zeitraum 1981 – 1987 das Unternehmen MaK die ersten Prototypen des heutigen Pionierpanzer Dachs. 1988 erfolgte die Übergabe des ersten Serienfahrzeuges des Pionierpanzer 2 Dachs.
Entstanden sind die ersten 140 Pionierpanzer Dachs durch die Umrüstung von Bergepanzern 2 und den vorhandenen Pionierpanzer 1. Mit dem um 195° schwenkbaren Telekoparm mit Tieflöffel und dem Räumschild mit einer Räumleistung von 270 m³/h kann er die geforderten Aufgaben erfüllen. Dazu zählen das Herstellen von Zu- und Abfahrten sowie Ein- und Ausfahrten an Gewässerübergangsstellen oder steilen und schlammigen Uferzonen, das Befahrbarmachen des Gewässergrundes sowie das Auslegen und Beseitigen von Hindernissen und Sperren auf dem Gefechtsfeld. Dazu ist er in der Lage ohne Tiefwatausrüstung in einer Wassertiefe von 0,8m zu arbeiten und mit bis zu einer Wassertiefe von 2,25m. Weiterhin kann er zum Bergen von Schadfahrzeugen eingesetzt werden.
Die Besatzung besteht aus dem Fahrer und dem Kommandanten. Sie Selbstsicherung erfolgt mittels eines auflaffetierten MG3.
Mit der Einführung neuer Ausrüstungsteile wurde eine Änderung des Verstaukonzeptes außen am Fahrzeug notwendig. Diese Umrüstung zur Variante A2 wurde 2009 durch die Industrie durchgeführt. Der Dachs A2 erhielt an den Außenseiten neue Werkzeugkästen sowie einen Staukasten auf der vorderen Triebwerksraumabdeckung.
Der Pionierpanzer Dachs wir in den Panzerpionierkompanien der Pionierbataillone eingesetzt.

Der Bausatz in der Übersicht

Im stabilen weißen Pappkarton mit einem in Unternehmensfarben gehaltenen farbigen Artikelbild kommt der Pionierpanzer Dachs A2 mit der Artikelnummer 35173 von Perfect Scale Modellbau daher. Im Karton selbst in drei Druckverschlussbeutel verpackt die Bauteile aus hellgrauem Resin , eine Fotoätzteilplatine, zwei Decalbogen sowie die farbige Bauanleitung. Alles sehr gut geschützt durch Luftpolsterfolie und Verpackungschips.

Im Detail betrachte ich hier die Ausführung des Pionierpanzer Dachs A2. Mit der Artikelnummer 35171 führt Perfect Scale Modellbau die Variante A1 dieses Fahrzeuges. In der Vorstellung werde ich auf den ein oder anderen Unterschied eingehen.

Die Bauanleitung

Die farbige Bauanleitung im DIN-A4-Format enthält 7 Seiten. Sie beginnt mit den bereits bekannten allgemeinen Warnhinweisen zum Umgang mit Resin und Kleber in Englisch und Deutsch, die umfangreiche Teile-Liste und den Hinweis den Inhalt direkt zu überprüfen und bei fehlenden oder beschädigten Teilen sich für Ersatz direkt mit PSM in Verbindung zu setzen. Bei meinem Bausatz sind nach erster Prüfung alle Bauteile vorhanden und unbeschädigt.
Die Anweisungen für den Zusammenbaus sind in Form von Baustufen-Fotos kombiniert mit den entsprechenden Hinweisen in Deutsch und Englisch ausgeführt. Farbige Markierungen und Zeichnungen ergänzen die Fotos an entsprechender Stelle. Der Bau ist alphabetisch in 3 Abschnitte aufgeteilt – A: Wanne, B: Räumschild, C: Bagger und D: Gesamtansichten.
Die Anweisungen sind grundsätzlich klar, wenn auch die Bilder meiner Ansicht nach teilweise etwas zu klein sind. Die Bauanleitung enthält sehr viele Informationen auf engstem Raum, was der Übersichtlichkeit schadet. Es ist also dringend zu empfehlen, bei dem einen oder anderen Bauschritt schon mal genauer hinschauen um die Bauteile korrekt zu positionieren. Grundsätzlich sollte der Zusammenbau nach den Fotos für einen erfahrenen Modellbauer ohne größere Probleme möglich sein.

Decals

Für den Pionierpanzer Dachs liefert Perfect Scale Modellbau zwei Decalbogen mit. Beide sind im Siebdruckverfahren entstanden und benötigen so kein randgenaues Ausschneiden durch den Modellbauer.

Auf dem größeren der beiden Decalbogen befinden sich die Hoheitsabzeichen , taktischen Zeichen, MLC-Kennzeichnung und Kennzeichen. Der Bogen enthält die Markierung für die Variante A1 des Pionierbataillon 200 und für die Variante A2 der 3. Kompanie des Pionierbataillons 130. Dazu gibt es die passenden Markierungen für Warnschilder und sonstige Markierungen. Auf dem zweiten Bogen sind die Lastkennzeichnungen des Baggerarmes enthalten.
Der Druck der Decals ist gut. Weder Versatz noch Unschärfe sind zu entdecken.

Fotoätzteile und Kupferdrahtseil

Neben den Bauteilen aus Resin liegen dem Bausatz ein ca. 30cm langes Kupferdrahtseil mit einem Durchmesser von 1mm bei. Daraus sind sowohl das Schleppseil der Winde als auch die Abschleppseile zu fertigen.

Weiterhin liefert Perfect Scale Modellbau eine recht große, aber dünne Fotoätzteilplatine mit. Darauf enthalten die filigranen Bauteile für die Kommandantenkuppel, Gitter für die Triebwerkabdeckung, weiter Gitter, Schutzhüllen für das Räumschild, Warnschilder, Schmutzlappen, Griffe, Halter usw. Die Bauteile sind sehr detailliert und teilweise recht filigran. Dennoch erachte ich hier den Einsatz von PE-Teilen als zweckmäßig gewählt.

Die Bauteile

Mit über 200 Bauteilen allein aus Resin ist der Pionierpanzer Dachs A2 schon ein mächtiger Bausatz. Der erste Blick über die Bauteile zeigt, dass hier der Guss sehr scharfkantig und einwandfrei erfolgt ist. Die Bauteile sind absolut gelungen und zeigen die Detailverliebtheit des Herstellers. Hier steckt wahrlich viel Arbeit und Recherche drin.

Schauen wir uns die Details und die Bauteile an sich also mal näher an. Dazu teile ich den Bausatz in Unterwanne mit Fahrwerk, Oberwanne mit Anbauteilen sowie den Baggerarm auf. Los geht’s!

Unterwanne mit Fahrwerk
Die Unterwanne des Dachs besteht aus einem großen Gussteil. Weder Verzug noch Beschädigungen sind hier festzustellen. Daran angegossen die Details für den Einsatz der Schwingarme sowie des Antriebs und Leitrades, der Anschläge und der Tragrollen. Auch das verstärkte Fahrwerk an der Wannenfront wurde gedacht. Sehr gut!

Die Wannenrückwand ist als einzelnes Bauteil vorhanden, welches in die Unter- und Oberwanne eingepasst werden muss. Darauf bereits angegossen die Befestigung der Anhängekupplung sowie die markante rechteckige Werkzeugkiste. Das Gehäuse der Außenbord-Sprechanlage befindet sich am gleichen Anguss. Fein gemacht.

Die Schwingarme des Fahrwerkes sind gemeinsam mit den Stoßdämpfer ausgeführt. Gleiches gilt für das vordere Leitrad mit Kettenspanneinrichtung. Achtung, die Länge der Laufrollenaufnahme muss angepasst werden. Auch hier ist der Guss einwandfrei und die Details stimmig. Die zugehörigen Schwingarmanschläge befinden sich auf einem Anguss und sind ebenfalls fein.

Weiter geht es mit den Laufrollen. Auch diese gußtechnisch einwandfrei. Auch die Rückseiten sind detailliert und zeigen die entsprechenden Bolzen.

Die Antriebsräder zeigen tolle Details, sind ebenfalls von einwandfreiem und scharfkantigem Guss. Hier gibt es nichts zu meckern.

Die vorderen und hinteren Tragrollen sind stimmig und müssen von hinten zur Befestigung aufgebohrt werden.

Die Ketten des PiPz Dachs sind in Segmenten ausgeführt. Dazu gehören zwei lange, zwei mittellange und 4 kurze Segmente. Dazu gibt es noch Einzelglieder sowie Einzel-Endverbinder, wenn es mal zu Beschädigungen kommt. Die Endverbinder können schon mal brechen, hier ist also Vorsicht geboten. Dennoch ist die Bereitstellung der Einzel-Endverbinder hier vorbildlich.

Wer die fein detaillierten und fehlerfrei gegossenen Kettensegmente nicht mag, der kann z.B. auf die Einzelglieder-Kette von MENG ausweichen.

An der Vorderseite der Unterwanne ist das mächtige Räumschild befestigt. Das Schild besteht aus mehreren Bauteilen, da es die Option zulässt mit angebauten oder abgebauten Verbreiterungen ausgeführt zu werden. Dazu kommt die Möglichkeit mittels PE-Teilen den Kantenschutz in der Transportstellung zu verbauen. Das Hauptschild selbst ist aus einem Stück gefertigt und ein mächtiges Bauteil wobei auch hier weder Verzug noch Beschädigungen zu erkennen sind. Die Details auch hier stimmig. Die Halterungen des Schildes zeigen die Feinheiten wie z.B. die Schraubenbolzen und sind in den Abmessungen stimmig. Auch an die optionalen Reißzähne wurde gedacht. Sehr schön.

Insgesamt sind alle Bauteile der Unterwanne stimmig, fein detailliert und von einwandfreiem Guss. Da gibt es nichts zu meckern. Zu beachten ist allerdings, das beim Bau das Trockenpassen nicht zu kurz kommen sollte. Ein genaues Ausrichten der Schwingarme ist ebenfalls angeraten.
Unterwanne und Fahrwerk unterscheiden sich bei der Variante PiPz Dachs A1 und PiPz Dachs A2 nicht.

Oberwanne mit Anbauteilen
Kommen wir zur Oberwanne. Auch diese ist wie bereits die Unterwanne aus einem Stück gefertigt.

Winkel, Abmessungen, Öffnungen und Abstände sind hier absolut stimmig. Der Guss überzeugt auch hier, wie die Details auf dem Motordeck zeigen. Wartungsluken, Scharniere und Deckel – alles passt und ist fein dargestellt.
Hier unterscheidet sich die Varianten A1 und A2 voneinander. Während in der Variante A2 alle Werkzeuge in verschließbaren Kisten verschwinden, die einem veränderten Verstaukonzept geschuldet sind, sind diese bei der Variante A1 noch am Fahrzeug offen befestigt. Somit ist die Oberwanne der Variante A1 auch mit den entsprechenden Haltern versehen. Hier im Vergleich:

Bei beiden Oberwannen müssen die Abgasgrätings noch befestigt werden, welche als separate Bauteile mitgeliefert werden. Sowohl bei den Grätings als auch bei den Entlüftungsgittern sind die Rippen sehr schön und teilweise filigran ausgeführt.

Wie bereits erwähnt wurde beim PiPz Dachs ein neues Verstaukonzept verwendet. Die entsprechenden Kästen fehlen natürlich im Bausatz dieser Variante nicht. Sowohl die seitlichen Kästen als auch die zusätzlichen Staukisten auf dem Motordeck sind stimmig. Gerade die Details in Form der Verschlüsse der neuen hinteren Staukiste überzeugen.

Beim PiPz Dachs A1 sind hier die entsprechenden Werkzeuge enthalten. Verfeinert werden beide Versionen durch die entsprechend zweckmäßig verwendeten PE-Teile.
Auch die markante Kommandantenkuppel finde ich gelungen. In Kombination mit den PE-Teilen ist sie schon ein kleiner Eye-Catcher. Vielleicht sollte man den Dachs einfach nicht lackieren…

Sowohl Kommandantenluke als auch Fahrerluke und seitliche Tür können auf Wunsch geöffnet dargestellt werden. Luken und Türen sowie Lafettenring sind auf einem Gussast verfügbar. Auch hier überzeugen mich die Details wie z.B. die Innendetaillierung der Luken.

Auch das zusätzliche Anbaugerät wie z.B. die Schleppschere ist mit allen Bauteilen vorhanden.

Besonders beachtenswert finde ich den scharfkantigen Guss des filigranen MG3. Echt überzeugend! Mit den Fliegerabwehrvisieren als PE-Teile aus gleichem Hause wird es perfekt.

Neben den hier einzeln vorgestellten Bauteilen kommen noch zahlreiche weitere Bauteile, die das Gesamtbild an der Oberwanne vervollständigen. Dies gilt gleichermaßen für den A1 als auch für den A2. Dabei handelt es sich beispielsweise um Schäkel, Umlenkrollen, Scheinwerfer, Haken, Rundumkennleuchte, MG-Lafette, Spiegel um nur einige zu nennen.

In beiden Varianten können die Bauteile überzeugen. Die Details auch hier herausragend und stimmig.

Baggerarm
Fehlt nur noch das markante Arbeitsgerät des PiPz Dachs – der Baggerarm mit Schaufel. Das erste Bauteil ist die drehbare Befestigung des Baggerarmes auf der Oberwanne. Auch dieses Bauteil ist PSM gelungen und gegenüber dem Original stimmig. Die feinen Überhänge, Rippen und Bolzen überzeugen. Für die mögliche Beweglichkeit aller Bauteile hier, sind diese entsprechend aufzubohren und mit Bolzen zu versehen. Die Bolzen befinden sich nicht im Bausatz.

Der Baggerarm selbst besteht aus dem Grundarm und dem Ausleger. Die markante dreieckige Form ist hier gut gelungen. Wartungsdeckel, Öffnungen und Verstärkungsrippen sind absolut stimmig und fein. Beim Ausleger ist zu beachten, dass dieser für die Darstellung in der Transportstellung etwas gekürzt werden muss. Er passt nicht ganz in den Grundarm hinein.

Die Hydraulikzylinder als auch die Leitungen überzeugen im Detail. Die Rücklaufleitungen und Steuerventile der Differenzzylinder sind perfekt dargestellt. Für eine bewegliche Darstellung der Zylinderstangen müssen die Zylinder entsprechend aufgebohrt werden. Das sollte man mit Vorsicht angehen.

Wenn alles zusammengebaut ist, ergibt sich ein bemerkenswert detailliertes Bild der Hydraulik am Baggerarm hin zum Chassis. Diese Mechanik ist PSM perfekt gelungen.
Last but not least die mächtige Schaufel. Sie besteht aus den beiden Seitenwänden und der Hülle mit Zähnen. Die zahlreichen Bohrungen fehlen nicht und auch an die Verstärkung in der Schaufel wurde gedacht. Einfach klasse.

Auch hier sein angemerkt, dass sich der Baggerarm zwischen den beiden Versionen nicht unterscheidet.
Hier noch ein paar Bilder der gebauten Modelle:

PiPz Dachs A1

PiPz Dachs A2

Referenzen

Auch für diese Modell sei für Referenzen auf die einschlägigen Seiten im Internet verwiesen. Dazu zählen z.B. TankMasters, Panzer-Modell, Ulrich Wrede oder auch Primeportal. An Literatur sei die Ausgabe 18 der Fahrzeug Profile aus dem Unitec Medienvertrieb oder / und die Ausgabe 5008 der Militärfahrzeug Spezial aus dem Tankograd Publishing Verlag verwiesen. Als Walkaround DVD empfehle ich die DVD Nr. 210-1 von Dio-Factory, welche offiziell leider nicht mehr erhältlich ist.

Zusammenfassung

Mit dem Pionierpanzer Dachs, egal ob in der Variante A1 oder A2, produziert von Perfect Scale Modellbau, erhält der Modellbauer ein sehr imposantes und auch einzigartiges Modell. Die Detailtreue von Wanne, Anbauteilen und Baggerarm sowie der scharfkantige und durchweg hervorragende Guss sind besonders hervorzuheben. Die zweckmäßige Auswahl und Kombination von Decals, Kupferdrahtseil, Resin und Fotoätzteilen ist gut gewählt, und erlaubt so schließlich die entsprechend hohe Detailtiefe.
Der Dachs ist und war für mich, und sicherlich für viele andere Freunde des modernen Modellbaus, ein Wunschmodell, und hat meine Erwartungen mehr als erfüllt. Bleibt noch anzumerken, dass ein solcher Bausatz nicht einfach so aus der Schachtel zusammenfällt. Referenz-Studium und eine gewisse modellbauerische Grundfertigkeit sind hier durchaus erforderlich. Aber ich bin durchaus der Auffassung, das auch der Resin-Anfänger mit Geduld dieses gut konstruierte Modell erstellen kann. Der Eyecatcher in der Vitrine ist auf jeden Fall gegeben.

Fazit

Auf den Punkt gebracht: Ein hervorragender und bestens detaillierter Bausatz der mich begeistert! Perfect Scale Modellbau zeigt hier wieder einmal sein hohes Niveau von Guß, Detailtreue und Paßgenauigkeit eines Multimedia-Bausatzes. Ein imposanter Eyecatcher in jeder Vitrine – absolut empfehlenswert. Das Warten hat sich definitiv gelohnt!

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Produktinformation

Artikelbezeichnung : PiPz Dachs A1
Art. Nr. : 35171
Maßstab: 1:35
Preis : ca. 165,50 EUR

Artikelbezeichnung : PiPz Dachs A2
Art. Nr. : 35173
Maßstab: 1:35
Preis : ca. 170,50 EUR

Bausatztyp: Kompletter Bausatz
Material: Resin, Fotoätzteile, Kupferseil
Hersteller: Perfect Scale Modellbau – http://www.perfect-scale.de

Bausatzhistorie

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an Perfect Scale Modellbau für die freundliche Bereitstellung des Besprechungsmusters.

Perfect Scale Modellbau: PiPz Dachs A1 / A2
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