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Hiermit eröffne ich die Beitragsreihe zum Bau meines Alpha Jets in 1:144. Der Alpha Jet ist ein Schulflugzeug und leichter Jagdbomber, insbesondere für Luftnahunterstützung. Er entstand aus einer Kooperation zwischen Deutschland und Frankreich Anfang der 1970er Jahre.

Bevor ich beginne ein bisschen detailliertere Geschichte zum Alpha Jet und dessen Einsatz in der deutschen Luftwaffe.

Das Original

Der Alpha Jet, entwickelt von Dassault und Dornier, hatte seinen Erstflug 1973 und war für eine Doppelrolle vorgesehen. Frankreich benötigte einen Trainer und Deutschland hatte Bedarf an einem Nachfolger für die Fiat G.91 als Unterstützungsflugzeug (vor allem für das Heer). Der Grundentwurf für diese Flugzeugtypen stammte von Dornier. Die beiden Modelle wurden dann als Alpha Jet E (École) bzw. Alpha Jet A (Appui Tactique) bezeichnet.

Das deutsche Modell war im Gegensatz zum französischen mit einer fortgeschritteneren Technologie ausgestattet. Es besaß ein Head-Up-Display und Vorrichtungen für Elektronische Gegenmaßnahmen. Bei der Bundeswehr gab es auch Überlegungen, den Alpha Jet wegen seiner Beweglichkeit und guten Langsamflugeigenschaften als Abfangjäger zur Bekämpfung anfliegender Hubschrauber einzusetzen. Die Studien und Versuche zeigten, dass mit einer nachzurüstenden Panzerung und speziellen Tiefflugverfahren gute Erfolge zu erzielen gewesen wären. Jedoch die Alarmierung und der Anflug von Flugplätzen der Geschwader den schnell wechselnden Situationen auf dem Gefechtsfeld nicht gerecht werden konnte.

Der Alpha Jet A wurde 1979 in der Luftwaffe in Dienst gestellt. Verbände waren das Jagdbombergeschwader (JaboG) 41 in Husum, das JaboG 43 in Oldenburg, das JaboG 49 in Fürstenfeldbruck und das Fluglehrzentrum in Beja (Portugal), das im Verteidigungfalle zum JaboG 44 geworden wäre. das Das JaboG 49 war der Erste und auch zugleich Letzte Verband der dieses Muster flog. Zuletzt als Fluglehrgruppe Fürstenfeldbruck.

Heute ist der Alpha Jet als kampfwertgesteigerte Alpha Jet Close Support Version bekannt, die mit stärkeren Triebwerken und der Fähigkeit, moderne Waffen zu tragen, nachgerüstet ist. Dies umfasst auch Luft-Luft-Raketen zur Selbstverteidigung. Die Exportversionen hießen Alpha Jet MS-1/-2. Solche Flugzeuge der ägyptischen Luftstreitkräfte wurden auf Alpha-Jet-2-Standard aufgerüstet, mit mehr Schub und einer Anzahl verbesserter
elektronischer Geräte.

Bekannt wurde das Flugzeug auch durch die Verlegung von 18 deutschen Alpha Jets während des zweiten Golfkrieges am 5. Januar 1991 im Rahmen der NATO Allied Command Europe Mobile Force in die Türkei. Deutschland kam damit symbolisch seiner Verpflichtung nach, im Rahmen der NATO-Doktrin einen möglichen Angriff auf die Türkei als einen Angriff auf alle NATO-Staaten zu betrachten und dementsprechend zu reagieren.

Auf Grund der KSZE-Verträge hatte sich die Bundesrepublik verpflichtet, die Anzahl der Flugzeuge der Bundeswehr zu verringern. Die Wahl fiel auf die relativ neuen Alpha Jet, zu Gunsten der strategisch höher eingestuften Tornado-Flugzeuge. Kurze Zeit später wurde der Alpha Jet bei der Luftwaffe ausgemustert. Nur die Fluglehrgruppe in Fürstenfeldbruck betrieb den Alpha Jet noch in der taktischen Grundausbildung der zukünftigen
Tornado-Besatzungen bis zum 30. Juni 1997.

Der Bausatz

Wie bereits in der Überschrift erwähnt wählte ich einen Bausatz im Maßstab 1:144. Dieser kommt von Revell und hat die Artikelnummer 04014 – Revell Alpha Jet “Patrouille de France”. Erworben habe ich diesen sehr günstig für 1,50 EUR im Ausverkauf. Für den Preis musste er also mit.

Nach dem Öffnen der revelltypischen Faltschachtel zeigen sich 2 weiße Spritzlinge mit den Bauteilen sowie die Cockpit-Haube als Klarsichtteil, Decals und die Anleitung. Die Bauteile machen es möglich sowohl die französische/belgische als auch die deutsche Variante zu bauen. Es hapert lediglich an den Decals. Hier sind nur die Decals für die französische Sonderlackierung der “Patrouille de France” vorhanden.

Da ich aber eine deutsche Version des Alpha Jet bauen möchte, besorgte ich mich kurzerhand passende Decals bei Hahen. Diese wurden extra für mich erstellt. Hiermit meinen herzlichen Dank an Harald Hensel für seine Mühe.

Nach erfolgter Recherche und dem Vergleich mit Referenzen kamen leider etliche Unstimmigkeiten zu Tage. Dazu gehörte:

  • nicht stimmiges Seitenleitwerk
  • zu dicke Intakes mit Gravuren
  • Heck mit falscher Biegung
  • rudimentäres Cockpit

Mir stellte sich nun die Frage: Bau “Out of Box” oder “Purismus”? Ich entschied mich für den Purismus. Näheres zu den ersten Schritten und Korrekturen demnächst.

… to be continued…

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Im Bau: Alpha Jet in 1:144 – Part 1
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