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Wurde erst gegen Ende 2014 der Leopard 2A7 von KMW an die Truppe übergeben so ist die Entwicklung bei KMW schon weiter. Der Leopard 2A7 wurde unter Nutzung des KnowHows aus der Entwicklung früherer Leopard 2A7+ Programme entwickelt. Katar, der kleine Staat auf der Arabischen Halbinsel am Persischen Golf, hat bereits 2013 in Deutschland 62 Stück der Ausführung LEOPARD 2A7+ gekauft. Im Frühjahr 2015 erfreute uns Y-Modelle mit einem Umbausatz im Maßstab 1:35 für den Leopard 2A7 und jetzt für den Leopard 2A7+. Und dieser Umbausatz ist mir auf jeden Fall einen Blick wert.

Das Original

Das Entwicklungsprogramm für den Leopard 2A7+ von KMW existiert schon lange. Ursprünglich wurde dieser für die neuen Aufgaben der Bundeswehr entwickelt und unterliegt vielfachen Änderungen. Entgegen dem Urmodell, dem Leopard 2A6, wurde besonderer Wert auf den Schutz der Fahrzeugbesatzungen durch optimierte Systemkomponenten gelegt. Laut KMW zählt zu den Leistungsmerkmalen des Leopard 2A7+:

  • Passiver Rundumschutz für die Besatzung gegen Bedrohungen wie Sprengfallen, Minen oder Panzerfaustbeschuss
  • Schnittstelle zum Anbringen von Anbaugeräten, z.B. eines Minenpflugs, Minenrollers oder Räumschildes zum Beseitigen von Minen, Sprengfallen oder Gebäudetrümmern, die Straßen unbefahrbar machen
  • Kampfraum-Kühlanlagen in Turm und Fahrgestell
  • Leistungsgesteigerter zusätzlicher Stromerzeuger für Check-Point-Missionen
  • Außenbordsprechstelle für abgesessene Kräfte
  • Kombinierte Fahrer-Nachtsicht (Wärmebildgerät/Restlichtverstärker) für Front- und Hecksicht
  • Verbesserte Optroniken (Tag/Nacht) zur Aufklärung über weite Entfernungen
  • Digitalisiertes und multifunktionales Bedienerkonzept

Der 10,97m messende Kampfpanzer erreicht bei einer MLC von 70 eine Höchstgeschwindigkeit von ca. 72 km/h bei einer Reichweite von 450km. Die Bewaffnung besteht aus der bereits bekannten 120 mm / L55 oder L44 Glattrohrkanone, dem 7,62 mm Maschinengewehr und der FLW 200 mit 40 mm Granatmaschinenwerfer oder .50 MG.
Die Besatzung des Leopard 2A7+ besteht aus dem Fahrer, dem Richtschützen, dem Ladeschützen sowie dem Kommandanten.

Der Bausatz in der Übersicht

Der hier vorgestellte Bausatz von Y-Modelle aus Taufkirchen mit der Artikelnummer Y35-148 ist im Maßstab 1:35 ausgeführt. Als Basis für diesen Umbausatz wird der Bausatz des Leopard 2A6 EX von Hobbyboss (Artikelnummer HB82403) benötigt.
Geliefert wird im bereits bekannten ansprechenden, stabiler und großzügig dimensionierten Pappkarton mit einem Bild des fertigen Modells auf der Packungsoberseite. Darin befinden sich die mit Schaumstoff-Chips umgebenen Druckverschlussbeutel mit den Bauteilen. Weiterhin ist in dem Karton die Bauanleitung für den Bausatz enthalten. Fotoätzteile oder Decals sucht man vergeblich. Auf den ersten Blick machen die Bauteile einen guten Eindruck.

Die Bauanleitung

Die farbige Bauanleitung liegt in Form einer DIN A5-Broschüre bei. Insgesamt umfasst diese 8 Seiten. Auf dem Titelblatt befindet sich die Kontaktadresse von Y-Modelle während sich auf den weiteren Seiten neben den Sicherheitshinweisen beim Umgang mit Resin die Baustufen sowie eine ausführliche Bauteilübersicht befindet. Neben der Beschreibung des Umbaus sind die Baustufen in Form einer Fotodokumentation mit Hinweisen in deutscher Sprache ausgeführt. Die Anweisungen als auch die dazugehörigen Fotos sind hier meist verständlich aber lassen auch manchmal Fragen aufkommen. Die Fotos könnten etwas größer gehalten sein. Hier wäre es für den Modellbauer auf jeden Fall von Vorteil, wenn Y-Modelle die Anleitung digital zur Verfügung stellen würde.

Die Bauteile

Die von mir gezählten 47 Bauteile aus hellgrauen Resin gegossenen Bauteile zeigen einen scharfkantigen und versatzfreien Guss. Luftblasen oder Fehlstellen konnte ich keine entdecken. Die Angussblöcke der Bauteile sind angemessen und sinnvoll gesetzt. Das Entfernen dieser sollte dem Modellbauer also keine Schwierigkeiten bereiten.

Das größte Bauteil des Umbausatzes zum Leopard 2A7+ ist das komplette Turmoberteil in Resin. Ein mächtiges Bauteil, welches sauber gegossen und ohne Fehler daherkommt. Super gemacht! Das Bauteil trägt den veränderten Luken als auch Seitenwänden Rechnung und wartet mit den entsprechenden Details auf. Auch das veränderte Peri ist als Bauteil enthalten.

Auch der Bausatz trägt dem verbesserten Minenschutz des Originals Rechnung. Wie bereits beim Umbausatz des Leopard 2A7 besteht der Minenschutz aus den Bauteilen für den Wannenboden und den Wannenbug und zeigt detailliert die Verschraubungen. Dicke und Ausführung entsprechen nach meinem Kenntnisstand maßstabgerecht dem Original.

Das Stromerzeugeraggregat (APU) kommt als komplettes Bauteil daher, welches das rechte hintere Wannenheck des Basisbausatzes ersetzt. Die Klappen, Verschraubung und Grätings sind hier sehr gut ausgeführt und stehen nach meinen Referenzen (siehe unten) dem Original in nichts nach.
Auch an die geänderten Werkzeugkästen am Heck und die neue Bordsprechanlage wurde wie zuvor beim 2A7-Bausatz gedacht. Auch der Wärmetauscher ist als eigenes Bauteil vorhanden.

Bei den beiliegenden Seitenwände, welche beim Bausatz zu ersetzen sind, sind die neuen Adapterplatten für zusätzliche Kettenblenden oder Panzerfaustabwehr-Systeme vorhanden. Sehr schön ausgeführt und nicht vergessen.

Das Turmheck, übrigens das zweitgrößte Bauteil, mit der integrierten Kampfraum-Kühlanlage ist sehr schön ausgebildet. Die Details der Verschlüsse und Klappen sind äußerst fein detailliert. Die Staukörbe sind separate Bauteile. Hier ist zu empfehlen diese für eine noch realistischere Darstellung entsprechend aufzubohren – eine Sisyphus-Arbeit. Dennoch hat Y-Modelle hier ganze Arbeit geleistet.

Auch an die Rückfahr- und Bugkamera inklusive Kabelschacht wurde gedacht. Die veränderte Bordsprechanlage und auch die Antennen und der Querwindsensor sind sehr detailliert ausgebildet. Die prägnante Aufstiegleiter am Heck wurde ebenfalls nicht vergessen.

Natürlich darf auch die FLW200 nicht fehlen. Auch hier entsprechen die Bauteile dem auch separat erhältlichen Bausatzes von Y-Modelle, den ich bereits vorgestellt habe. Wie erwartet sind alle Bauteile einwandfrei.

Sehr interessant ist das Bauteil mit der Nummer 30. Bei der Waffe handelt es sich um ein MAG FN. Dieses wird beim künftigen Nutzerstaat in der FLW eingesetzt. Leider schweigt sich die Bauanleitung über deren Positionierung oder Nutzung aus. Schade.

Referenzen

Mit Referenzen tut man sich etwas schwer. Mir sind leider neben den Bildern von KMW keine konkreten Quellen bekannt. Aber vielleicht kommt ja irgendwann die entsprechende Literatur.

Zusammenfassung

Der recht umfangreiche Umbausatz erlaubt in Kombination mit dem Basisbausatz von Hobbyboss den Nachbau des aktuellsten Entwicklungsstandes des Leopard – den Leopard 2A7+. Wie zuvor hat Y-Modelle hier mit dem Wissen aus erster Hand schöne und detailreiche Bauteile produziert. 3D-Druck lässt grüßen. Der Guss ist einwandfrei und ohne erkennbare Mängel. Klasse. Der Preis befindet sich leider in der Oberklasse.
Für den Resin-Anfänger ist dieser Bausatz aufgrund seiner zahlreichen Bauteile und der zum Teil schwierig gehaltenen Bauanleitung als Einstieg leider nicht zu empfehlen.

Fazit

Erneut ein gelungener Bausatz von hoher Qualität für den aktuellsten Leopard 2 von KMW. Wer zum jetzigen Zeitpunkt einen Leopard 2A7+ bauen möchte kommt um diesen Umbausatz nicht herum. Für mich als Leopard-Freund erhält der Bausatz meine klare Empfehlung.


Produktinformation

Hersteller: Y-Modelle – http://www.y-modelle.de
Maßstab: 1:35
Material: Resin
Artikelbezeichnung : Leopard 2 A7+ (2015)
Art. Nr. : Y35.148
Preis : 89,90 EUR

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an Dipl.-Ing. Michael Köditz , dem Inhaber von Y-Modelle, für die Bereitstellung des Besprechungsmuster.

Y-Modelle: Leopard 2A7+
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