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Vor kurzem hat der chinesische Hersteller Takom einen Bausatz des FUG 2.5t angekündigt. Das ist aber nichts neues, gibt es diesen Bausatz als Kleinserienmodell doch schon lange Zeit von Y-Modelle. Im Jahr 2014, und das ist ja noch nicht so lange her, hat die Redaktion der deutschen Modellbauzeitschrift Modellfan hat dieses als „Modell des Jahres“ ausgezeichnet. Grund genug, sich den Platzhirsch von Y-Modelle mal näher anzuschauen.

Das Original

Bei dem Feld-Umschlag-Gerät (FUG) handelt es sich um einen geländegängigen Gabelstapler mit einer max. Hubleistung von 2,5t. Das von der Firma Steinbock produzierte Feldumschlaggerät wurde 1983 von den Logistikverbänden der Bundeswehr in Dienst gestellt. Feldversorgungspunkte waren das von den Entwicklern vorgesehene Einsatzszenario. Der Einsatz des FUG ist aufgrund des Allradantriebes mit Differenzialsperre und Niveauausgleich auf unbefestigten Plätzen, Wegen und Straßen sowie in leichtem bis mittelschweren Gelände genauso möglich wie auf befestigen Umgebungen. Mit seiner Doppelzulassung ist der Betrieb neben dem Stapeln auch im öffentlichen Straßenverkehr zulässig. Mit seiner Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h ist das Fahrzeug befähigt in Kolonen mitzufahren.
Die zwei Mann Besatzung, Fahrer und Beifahrer, sitzen in getrennten Kabinen. Das FUG kann eine aufgenommene Last – maximal 2,5 t – bis zu 3,7 m in die Höhe anheben. Neben dem Einsatz als Stapler mit Gabelzinken konnte es mit einem Räumschild für leichte Planier- oder Schneeräumarbeiten oder auch einem Kranarm mit bis zu 1t Traglast im Austausch ausgestattet werden. In der Truppe sorgte diese vielfältige Verwendung des FUG für Beliebtheit.

Der Bausatz in der Übersicht

Der hier vorgestellte Bausatz des FUG von Y-Modelle aus Taufkirchen mit der Artikelnummer Y35-133 ist im Maßstab 1:35 ausgeführt. Geliefert wird dieser in einem ansprechenden, stabilen weißem Pappkarton mit einem aufgeklebten Bild des fertigen Modells auf der Packungsoberseite. Darin befinden sich die in Druckverschlussbeuteln verpackten ca. 150 Bauteile eingebettet in Styroporchips. Hierbei handelt es sich überwiegend um Bauteile aus grau-grünem Resin. Aber auch ein Decalbogen und ein Bogen mit vorgestanzten Klarsichtteilen ist ebenfalls enthalten.

Die Bauanleitung

Die in Form einer Brochüre gehaltene Bauanleitung in DIN A5 besteht aus 16 Seiten. Durchweg in Farbe sind die ersten Seiten der ausführlichen Bauteileübersicht und den Sicherheitshinweisen gewidmet. Alle übrigen Seiten beinhalten die einzelnen Bauschritte in Form einer Fotodokumentation welche teilweise Hinweise in Textform beinhalten. Die letzten Seiten zeigen Farbfotos des fertigen Modells in den möglichen unterschiedlichen Ausführungen. Die Hinweise und der Text sind ausschließlich in Deutsch gehalten. Im ganzen ist die Bauanleitung recht übersichtlich, aber ein genaues Hinsehen bei den einzelnen Bauschritten ist unvermeidbar. Hier ist schon eine gewisse Erfahrung des Modellbauers erforderlich.

Decals

Die mitgelieferten Decals sind sauber gedruckt und erlauben es zwei unterschiedliche Varianten in Bezug der Truppenzugehörigkeit des FUG darzustellen. Darstellbar ist ein Fahrzeug der 4./InstKp 8 oder der 4./TrspRgt 22 SAN. Alles notwendigen Kennzeichnungen wie Nummernschilder, Herstellerschriftzug, Geschwindigkeitsbegrenzung und MLC-Kennzeichnungen sind enthalten. Eine Frage stellt sich mir hier nur: Warum haben die beiden Varianten unterschiedliche MLC-Klassen?

Die Bauteile

Die gezählten 90, ausschließlich aus grauem Resin gegossenen Bauteile, zeigen einen scharfkantigen und versatzfreien Guss. Luftblasen oder Fehlstellen konnte ich auch diesmal nicht entdecken. Alle Bauteile befinden sich auf Angussblöcken, welche ich wiederum für angemessen und sinnvoll gesetzt halte. Einige Bauteile zeigen Fischhäute, was aber bei dieser Gußtechnik durchaus normal und unproblematisch ist.
Das größte Bauteil bildet das fast komplette Chassis für das Feldumschlaggerät. Aus einem Stück gegossen und versehen mit einem relativ großen Anguss ist die Qualität einfach fantastisch. Kein Verzug, keine Luftblasen – einwandfrei eben.

Alle Fahrwerkteile, wie Achsen, Kardanwellen und Gestänge sind detailliert ausgeführt und vorhanden. Mit etwas Geschick ist vielleicht sogar ein Lenkeinschlag an der Hinterachse möglich.

Das Modell an sich bietet die Möglichkeit in unterschiedlichen Varianten dargestellt zu werden. Dazu gehören neben den „normalen“ Gabelzinken auch lange Gabelzinken sowie ein Kran und ein Schneeräumschild. Hier muss man Y-Modelle für diese Vielfalt absoluten Respekt zollen. Die an den Bauteilen mögliche Funktionalität wie z.B. das Drehen der Gabelzinkenaufnahme darzustellen ist absolut einzigartig konstruiert. Auch die Möglichkeit die Gabelzinken in Marschstellung zu bringen ist möglich. Einfach klasse. Die Details der Bauteile, wie z.B. der Hub-Holme oder auch der Hub-Ketten und Umlenkzahnräder ist vorbildlich für Resinguss und sehr gut ausgeführt.

Alle Kleinteile wie z.B. Anhängerkupplung, Luftfilter, Auspuff, Unterlegkeile, Kran und Halterung sind äußerst detailliert dargestellt und von perfektem Guss. Mängel sucht man hier vergebens.

Die Kabinen für Fahrer und Beifahrer sind einzeln ausgeführt. Hier ist die bereits zuvor erwähnte Fischhaut in den Öffnungen zu sehen. Diese lässt sich aber einfachst mit dem Skalpell entfernen. Die Details der Kabinen sind sehr schön wiedergegeben. Für die Fahrerseite steht neben dem Sitz auch noch ein Armaturenbrett mit feinen Details zur Verfügung.

Die notwendigen Klarsichtteile für die Kabine sind in ein Stück klare Kunststofffolie ausgestanzt. Schön, dass diese mitgeliefert werden.

Besonders erwähnen möchte ich noch den genialen Anguss für die Räder. Dieser ist nicht wie üblich auf dem Profil angeordnet sondern an den hinteren Reifenflanken. Somit ist auch später kein Profil der Räder durch das Entfernen des Angusses beschädigt. Klasse gemacht!

Referenzen

Hier seien die einschlägigen Web-Angebote wie panzer-modell.de oder auch panzerbaer.de genannt, welche recht ausführlich Bildmaterial zur Verfügung stellen. Literatur gibt es zumindest nach meiner Recherche nicht.

Zusammenfassung

Das FuG 2,5t ist schon ein exotischer Bausatz, der seinesgleichen sucht. Die Bauteilgestaltung als auch die qualitative Ausführung sind einfach genial. Allein die Möglichkeit 3 Varianten aus diesem Bausatz zu bauen ist vorbildlich. Y-Modelle beweist hier eine zweckmäßige Auswahl und Kombination von Decals, Resin und klarem Plastikmaterial. Der recht hohe Preis findet in der Ausführung sowie der Qualität des Bausatzes seine Rechtfertigung. Noch ist er der Platzhirsch, und dies zu toppen wird für den Mitbewerber wohl nicht einfach werden auch wenn der Preis sicherlich geringer sein wird.
Bleibt noch zu erwähnen, dass ein solches Kleinserienmodell nicht aus der Schachtel einfach so zusammenfällt. Hier sind erfahrene modellbauerische Fertigkeiten zwingend erforderlich. Nach dem Zusammenbau erhält man dafür aber einen absoluten Exoten in seiner Vitrine.

+ sehr hohe Gussqualität an allen Teilen
+ gute Maßhaltigkeit und Passgenauigkeit
+ mehrere Varianten darstellbar

– Hoher Preis

Fazit

Der Bausatz erhält von mir, nicht zuletzt als Freund von Bundeswehr-Modellen, definitiv eine Empfehlung. Y-Modelle zeigt hier erneut sein hohes Niveau von Guss, Detailtreue und Paßgenauigkeit eines Kleinserien-Bausatzes.


Modelldaten

Hersteller: Y-Modelle – http://www.y-modelle.de
Maßstab: 1:35
Art. Nr. : Y35-133.00
Preis : 119,00 EUR

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an Dipl.-Ing. Michael Köditz , dem Inhaber von Y-Modelle, für die Bereitstellung des Besprechungsmuster.

Y-Modelle: FUG 2,5t (Feldumschlaggerät)
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