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Gab es bisher den Leopard 2A7 nur als Umbausatz von Y-Modelle, welchen ich hier bereits vorgestellt habe, so ist nun der angekündigte Spritzguss-Bausatz von MENG verfügbar. Michael Shakleton, der Experte und Kenner von Leopard Kampfpanzern und Autor der Leopard Triologie, hat sich den Bausatz bereits näher angeschaut. Als guter Freund und Gast nun hier sein übersetzter Artikel mit seinen Ausführungen zu diesem Bausatz.

Einführung

Die Geschichte des Leopard 2 ist eine kontinuierliche Weiterentwicklung über eine lange Zeit. Seit Einführung in die Bundeswehr 1979 ist es immer noch das gleiche Basismodell. Eigentlich gab es keine große Anzahl an Veränderungen, was für das gewählte Grunddesign spricht. Die wichtigsten äußerlichen Unterschiede zwischen dem ersten und dem aktuellsten Baulos sind die zusätzlichen keilförmigen Panzerplatten an der Turmfront, gepanzerte Seitenschürzen, geänderte Fahrerluke und eine geänderte Waffenanlage.
Von MENG ist bereits ein Modell eines Leopard 2A4 erhältlich, momentan in meinen Augen der beste Bausatz eines Leopard 2, und nun folgt das aktuelle Modell Leopard 2A7.
Wenn die Unterschiede in der Realität nicht so drastisch sind, sind diese beiden Bausätze dann im Grunde genommen identisch? Nein, weit davon entfernt. Obwohl der eigentliche Panzer von 2A5 bis 2A6 bis 2A7 ähnlich aussehen, gibt es eine Vielzahl kleinerer Unterschiede. Diese Unterschiede waren für MENG wohl ausreichend einen neuen Bausatz zu produzieren. Natürlich sind einige Spritzrahmen sowohl beim 2A4 und auch beim 2A7 gemeinsam – das Fahrwerk, Federung und die Ketten – aber der Rest sind komplett neu gestaltete Bauteile. Es ist kein Mix der Bausätze, was ein Blick in die Spritzgussrahmen zeigen wird. Es wurde gründlich recherchiert, und der neue Bausatz ist von Grund auf gut durchdacht.

Dieses Video hier gibt einen guten und netten Überblick über den Bausatz und dessen Zusammenbau:

Das Original

Worin unterscheidet sich der Leopard 2A7 zu seinem unmittelbaren Vorgänger, dem 2A6? Der Leopard 2A7 wurde aus den früheren Leopard 2A5, 2A6 und Leopard 2 Peace Support Bedienungsvarianten , kombiniert mit den Erfahrungen aus dem Betrieb von Leopard 2‘s im Einsatz in Afghanistan von Kanada und Dänemark entwickelt.
Die Bundeswehr hat 20 Leopard 2A7s bestellt, wofür als Basismodell Fahrzeuge des Leopard 2A6NL aus den Niederlanden genutzt werden. Diese sind von Kanada als Ausgleich für die geliehenen Leopard 2A6M CAN bereitgestellt worden, welche aus den Beständen der Bundeswehr entnommen wurden und für den Einsatz in Afghanistan aufgerüstet und zur Verfügung gestellt wurden.
Der Leopard 2A7 ist mit der Rheinmetall 120 mm L / 55 Glattrohrkanone ausgestattet und kann nun zusätzlich die neueste Generation DM63 Armour Piercing Fin Stabilisierte Discarding Sabot Tracer (APFSDS-T) Geschosse verschießen. Auch die die neueste programmierbare DM12 HE (high explosive) Munition kann abgefeuert werden.
Die 2A7 hat eine Reihe von Verbesserungen zur Überlebensfähigkeit erhalten, einschließlich der neuesten Generation passiver Schutzelemente sowie Wannenschutz vor Minen und Sprengfallen. Es ist ebenfalls die Erweiterung mit zusätzlichem passivem Panzerschutz an der Seite vorgesehen. Diese Module wurden jedoch noch nicht in der Öffentlichkeit präsentiert.
Weitere wesentliche Änderungen umfassen ein Stromerzeugeraggregat (APU), so dass alle Subsysteme ohne den laufenden Hauptmotor ausgeführt werden können. Zusätzlich erhielt er eine Klimaanlage für die Besatzung und aktualisierte elektronische Steuerungstechnik.
Der Kommandant ist mit einem neuen auf dem Dachaufbau befindlichen, stabilisierten Wärmebildgerät mit Laser-Entfernungsmesser ausgestattet. Auch der Ladeschütze hat auf seiner Seite ein Wärmebildgerät erhalten.
Ausgestattet mit IFIS, dem Integrierten Führungs- und Informationssystem der Bundeswehr, welches der Führungsunterstützung von der Gruppe bis zur Bataillonsebene dient. Es ermöglicht die Verbindung der Fahrzeugdaten aus den Fahrzeugsensoren in einem netzwerkbasierten Betrieb.

Der Bausatz in der Übersicht

Es gibt insgesamt neun Spritzguss-Rahmen, von denen zwei doppelt (Laufrollen, Fahrwerk, etc.), und einige viermal (die Ketten) vorhanden sind. Ein Rahmen mit Klarsichtteilen, der Periskop, Scheinwerfer und Winkelspiegel beinhaltet. Darüber hinaus haben wir Wannenoberteil und Wannenunterteil, Turmoberteil und zwei Ätzteil-Platinen, Silberfolie für die Spiegel, Polycaps und ein schreckliches Stück Schnur für das Abschleppkabel.
Abgesehen von der Schnur ist die Qualität der Bauteile durchweg erstklassig. Dieses Modell ist eine erhebliche Verbesserung zu den Leopard Bausätzen anderer Hersteller – egal ob 1 oder 2. Die Qualität entspricht dem Leopard 2A4-Bausatz vom gleichen Hersteller, welchen ich ebenfalls bereits einem Review unterzogen habe.

Die Bauanleitung

Die Bauanleitung besteht aus einem 28-seitigen, Booklet mit Farbdruck auf den Titelseiten und für die Bemalungs-Hinweise auf der Rückseite. Die Einführung ist ziemlich lang in mehreren Sprachen, bevor wir in die Einzelheiten der 28 Bauphasen erhalten.

Decals

Die mitgelieferten Decals sind auf Fahrzeuge der Bundeswehr begrenzt, was man erwarten konnte, da andere Nutzerstaaten den Leopard 2A7 (noch?) nicht einsetzen.

Die Bauteile

Grundsätzlich kann der Bausatz in die Baugruppen der Wanne mit Fahrwerk und dem Turm unterteilt werden. Diese Baugruppen werden nun näher betrachtet.

Die Wanne
Wie bereits erwähnt gibt es nichts Unkonventionelles in diesem Bausatz. Die Federung hat die nun bei MENG üblichen Drehstäbe so dass das Fahrwerk mit den Laufrollen auf unebenen Flächen realitätsnah aufgestellt werden kann. Die Schwingarme sind bauteiltechnisch getrennt. Die Vorderseite der Schwingarme müssen über die Radachsen gesteckt werden, was etwas ungewöhnlich ist.

Alle Laufrollen haben Polycaps, was für Leopard-Workshop gut ist! Die Rückseiten haben einige wenige Details im Gegensatz zu den schrecklichen Leopard 1 Laufrollen von MENG. Ursache für die wenigen Details sind die notwendigen Gehäuse für die Polycaps. Laufrollen-Ersatz mit feinen Details sind bei Leopard Workshop erhältlich. Ich habe die Passform bereits geprüft. Die MENG Achsen sind ein wenig dünner als die Leopard-Workshop Achslöcher, welche für Tamiya / Hobby Boss Achsen entworfen wurden. Aber sie passen, wenn auch ein wenig locker. Dies kann durch Umwickeln der Achsen mit einem kleinen Stück Maskierband gelöst werden.

Die Unterwanne ist schön geformt und hat innen Aufnahmepunkte für ein mögliches zukünftig erhältliches Triebwerk. Selbst die Bolzenlöcher um die Triebrad- Befestigung sind an den Rumpfseiten dargestellt. Die Seiten der Unterwanne haben als Teil der 2A7-Spezifikation den geforderten Minenschutz. Dazu gehören Add-on-Module die an der Seite der Unterwanne zum Schutz der Besatzung angebracht und am Bauteil originalgetreu reproduziert sind.

Bis zu diesem Punkt ist der Bausatz identisch mit dem des 2A4. Ab hier ist dann alles 2A7-spezifisch. Die völlig neue Wannenoberseite verfügt über den geänderten Kanal für die Schiebeluke des Fahrers, die APU in der rechten hinteren Ecke, und Befestigungsvorbereitungen in den Rumpfseiten für die Zusatzpanzerung (im Original aber nicht im Bausatz enthalten). Nebenbei für diejenigen, die sich das fragen könnten: Diese APU hat nichts mit den APU‘s der Leoparden 2A5DK, 2E, 2HEL oder 2A6EX gemein. Sie ist völlig anders und einen Neuentwicklung. Alle Schweißnähte sind sehr gut texturiert und dargestellt. Die Anti-Rutsch-Flächen sind nicht so erhöht dargestellt wie beim 2A4-Bausatz, obwohl diese bereits recht gut waren. Haltegriffe sind an den Bauteilen fest angegossen, können aber wenn nötig leicht mit Messingdraht ersetzt werden.

Der Sitz der Unterwanne zur Oberwanne ist perfekt. Ein traditionelles Problem ist der große, lange Turm des Leopard 2. Aufgrund seines Gewichts – in allen Leopard 2 Bausätzen – ist es so, dass die Wannenoberseite etwas absackt, wenn der Turm montiert ist. Das Turmheck setzt oft auf dem hinteren Deck auf. Mein Wannenoberteil hat kein Einsinken, aber ich würde Ihnen empfehlen in die Wanne ein Rechteck in der Größe 95 mm x 5 mm aus Plastikkarte einzukleben, um die Wanne beim Turm entsprechend zu stützen.
Die Wannenrückseite hat Details auf der Innenseite, aber auch große Auswerfermarken. Die Innenseite des Gitters ist jedoch nicht dargestellt. Ich denke, das wird irgendwann vielleicht ein separates Bauteil werden.
Auch die Motorabdeckplatte wird mitgeliefert. Diese selbst unterscheidet sich von dem früheren 2A4-Bausatz, da sie keine Anti-Rutsch-Beschichtung und Werkzeugaufnahmen hat. Das hintere Deck (Kühler / Getriebe) ist identisch mit dem aus dem 2A4-Bausatz.
Das hintere Gitter hat zwei kleine Kabelbefestigungen , die hinzugefügt werden mussten, da die Abschleppkabel beim 2A7 anders angeordnet sind. Ein weiterer Unterschied ist die zentral am Heck angeordnete Außen-Bordsprechanlage, wodurch das Leitkreuz nach links gewandert ist.

Zum 2A4-Bausatz gibt es Änderungen aufgrund der Verbesserungen des Schutzes an dem hinteren Wannenunterteil. Eine Schablone für die korrekte Positionierung der Bauteile wird mitgeliefert. Unter dem Wannenbug wurde die große Minen-Schutzplatte hinzugefügt.

MENG hat die Kettenteile in ähnlicher Weise hergestellt wie für den Leopard 1 (SPS-016), mit der Ausnahme, dass jedes Glied hier nur aus drei Teilen besteht, statt der fünf Teile beim Leo 1. In der Tat ähneln diese sehr den Ketten von Bronco, aber die Kettenpolster sind besser skaliert und detailreicher. Es gibt Innen- und Außenseiten an den Endverbindern, welche in der Anleitung vermerkt sind. Stellen Sie sicher, dass Sie sie richtig herum für die linke und rechte Kette bauen. Eine Bauhilfe ist im Preis inbegriffen und Klebstoff ist laut MENG nicht erforderlich. Ich habe einige Glieder zusammengepresst und kann bestätigen, dass dies wahr ist. Es sollte nicht zu lange dauern, diese zu bauen – also nicht durch die vielen einzelne Glieder abschrecken lassen. Wenn Sie meinen Leo-1-Ketten Review gelesen haben, werden Sie wissen, dass diese sich nicht mit Testbenzin / Ölen vertragen. Das gleiche gilt für diese Leo 2 Ketten. Zur Alterung sollten sie auch hier Produkte auf Wasserbasis verwenden.

Rückspiegel werden optional mit Halterungen für den aufgeklappten oder abgeklappten Zustand geliefert. Selbstklebende vorgeschnittene Silberfolie ist für das Spiegelglas inkludiert.
Alle auf dem Wannendeck befestigten Werkzeuge haben sehr feine Befestigungsschlaufen. Diese haben einen dünnen Gussfilm, welcher vorsichtig entfernt werden kann um ein noch realistischeres Aussehen, ähnlich wie PE-Teile, zu erhalten. Die Basis Halterungen für die Werkzeuge sind am Deck angegossen.

Die kreisförmigen vorderen Einlassabdeckungen haben feinmaschiges Gitter um sich herum. Nett! Die beiden großen hinteren Gitter der Ringluftkühler bestehen aus zwei PE-Teilen. Eine sechsarmiger Stützrahmen und die oberen Abdeckgitter. Das mitgelieferte Abschleppseil im Bausatz sollte man direkt in den Müll werfen. Bei der Qualität des gesamten Bausatzes fragt man sich, warum MENG hier keine gedrehten Kupferkabel mitliefert. Eureka z.B. liefert hier eine viel bessere Alternative für die Seile. Auch RMG Resin ist dabei ein paar neue Sätze zu veröffentlichen.
Die Begrenzungsleuchten an den vorderen Ecken haben jetzt Schutzbügel aus Kunststoff und die Luke des Fahrers kann beweglich angebaut werden. Die Blend-MG-Stecker (Mantlet Plugs) sind nicht vorhanden, denn der 2A7 hat keine!
Bleiben wir auf der Frontbug-Platte. Die große Luke ist verschraubt und verschweißt dargestellt, welche nach Ralph Zwillings Tankograd Buch vollkommen korrekt ist.

Die Seitenschweller sind mehr oder weniger die gleichen wie die des Bauloses 8 aus dem 2A4-Bausatz. Ich sage, mehr oder weniger, weil die Klammern etwas anders sind, und sie haben nun getrennte Frontteile. Diese wurden im 2A4-Kit einteilig geformt. Vielleicht liest MENG Reviews! Der Rest der Seitenschürzen kann nach unten gefaltet (für den Eisenbahntransport notwendig) angebaut werden, was aber in der Anleitung nicht erwähnt wird. Ihre Rückenplatte ist fest befestigt – verschraubt mit der Wannenkante (Teile B56 und B57). Die äußeren Platten (B2, B3, B1, B4) hängen 180 ° nach unten an der Unterkante der Rückplatte. Die vorderen Abschnitte falten Sie über die Wanne auf entsprechende Konsolen / Arme (B18 / 19).

Der Turm
Der Rumpf hat einige Dinge gemeinsam mit dem 2A4-Bausatz, jedoch der Turm ist weitgehend neu. Es gab keinen Versuch, den bestehenden 2A4 Turm anders als gemeinsame Teile wie Winkelspiegel, Turmlukenteile (mit einer Ausnahme) und MG, entsprechend anzupassen.

Die neue und längere Kanone besteht wie üblich aus zwei Hälften mit einer separaten Mündungsbremse. Kein Züge und Felder, da dies eine Glattrohrkanone ist. Dies ist möglicherweise der enttäuschendste Aspekt des Bausatzes, da der Rauchabsauger deutlich zu kurz und dünn (das gleiche Problem wie beim 2A4-Bausatz) ist, obwohl hier der Versuch einer Glasfaser-Textur wie im Original gemacht wurde. Leopard-Workshop wird in Kürze ein Ersatz-Rohr (LW018M) verfügbar haben. Das Rohr ist in Polycaps montiert, so bleibt es austauschbar.

Die Winkelspiegel sind alle klar, ebenso wie die Sichtfenster für die PERI R17A3 und des EMES 15. EMES Fenster vermitteln auch einen Eindruck vom Inneren, sehr schön! Beide Sichtfenster bestehen aus mehreren Teilen und sind nicht die üblichen Anhäufungen aus Kunststoff. Die Bemalhinweise für die EMES Fenster schlägt für beide Fenster blau vor. Tatsächlich ist das äußere Fenster schwarz getönt und das innere Fenster ist klar. Auch das PERI dreht sich sogar auf einem eigenen Polycap und die EMES Türen sind mit Doppelscharnieren befestigt, wie beim Original! Die Winkelspiegel müssen vom Inneren des Turmdachs angebracht werden, bevor der Turmboden verklebt wird.

Die beiden Luken-Ringe sind schön dünn und die Winkelspiegel-Abdeckungen sind aus PE gebogen. Alternative sind die MG3‘s sowohl mit als auch ohne Schulterstütze vorgesehen. Beide sind schön gemacht. Ein Kanonenfeuersimulator (KADAG) ist ebenfalls enthalten, welches eine geschweifte Kunststoffführung aufweist, die durch die Winkelspiegelöffnung des Ladeschützen geführt werden muss. Also ggf. den Winkelspiegel ausgebaut lassen, wenn das KADAG angebaut werden soll.

Die obere Turmoberfläche hat eine schön gemachte Anti-Rutsch-Beschichtung, welche die gesamte Oberfläche bedeckt. Halterungen für die Nebelmittelwurfanlage-Befestigungen sind an den Seiten angebracht und die Munitions-Luke ist zugeschweißt dargestellt. Denken Sie daran, dass hier niederländische Panzer umgewandelt wurden und keine neuen Fahrzeuge ohne Luken. Die Turmunterseite hat einen erweiterten hinteren Abschnitt mit Perforationen welche in den Boden angeformt sind. Die Passgenauigkeit von Ober- und Unterteil ist perfekt.

Die Stirnseiten des ursprünglichen 2A4 Turmes ist mit den Rahmen wiedergegeben, welcher die Keil panzerung aufnimmt, was schön gemacht ist.

Die Taschen an den Innenflächen der Seitenpanzerung sind genau so vorhanden wie beim Original. Dieser Bausatz ist echt toll!

Die Nebelmittelwurfanlage ist neu. Allerdings sind die Abschussrohre noch zu dünn. Die kleinen Kettchen sind leider nicht auf der Ätzteilplatine enthalten. Abhilfe schafft hier das Set LW027B von Leopard Workshop zur Behebung beider Probleme.

Ein bemerkenswerter Neuzugang auf dem Turmdach ist ein Touch-Screen-Monitor (mit einem kräftigen Haltegriff um ihn herum) neben der Luke des Kommandanten. Dies ist Teil des IFIS-System wie bereits oben erwähnt. Decals sind für den Bildschirm in Form einer Karte enthalten und sogar die winzigen gelben Tasten auf zwei Kanten. Ich sagte es bereits, es ist ein schöner Bausatz. Ein Unterschied gibt es auf der Innenseite der Kommandantenkuppel. Dort ist eine zweite Halterung für den gleichen Monitor vorhanden. Ich bin mir nicht ganz sicher darüber, aber zwei Fotos in Ralph Zwilling‘s Buch zeigen eine Tastatur in beiden Positionen, welche im Bausatz nicht enthalten ist. Der Monitor kann normalerweise ohne Tastatur bedient werden.

Im Rahmen der veränderten Elektronik im 2A7 haben die alte SEM Funkantennen ausgedient und den Weg zu neuen Comrod Antennen gefunden. Die gefederten Grundplatten sind im Kit mit den üblichen Formtrennlinien enthalten. Leopard-Workshop hat bereits detaillierte Messing Comrods (LW034)für dieses Bausatz im Angebot.

Eine andere Änderung auf dem Dach gegenüber früheren Leopard 2‘s ist die Platte hinter der Kuppel des Kommandanten. Diese sogenannte „Ultra-Cap“ ist auf der Oberseite des Elektronikraums im Turm angebracht. Die kreisförmige Erhebung ist ein elektronisches Druckentlastungsventil für vorübergehend hohen Energieverbrauch . Schwer zu erklären, weil ich es selbst nicht vollständig verstehe. Aus der Detailsicht hat diese Luke nun eine separate Platte mit einem Spalt unter ihm und das kreisrunde Ventil ist ein wichtiges Merkmal darin.

Möglicherweise sind die interessantesten Teile dieses Bausatzes, und die auffälligsten Erkennungsmerkmal vom 2A7 (zusammen mit der APU im Rumpf) die Turmrückseite. Hier haben wir eine Klimaanlage und zahlreiche verschiedene Staufächer und Körbe sowie einen Halter für die Rohrwischer-Stangen. Dies alles sorgt für ein volles Turmheck. Die Staukörbe, beide verschieden, haben Foto-Ätzteile für die Gitter der Seiten und des Bodens. Biege-Formen aus Plastik sind für das korrekte Biegen der Fotoätzteile enthalten. Für die Kampfraumkühlanlage gibt es doppelte Fotoätz- Gitter mit Perforationen auf dem Boden und Schlitz- Gitter an der Oberseite. Die Rohrwischerstangen-Halterung ist ziemlich komplex, besteht sie aus einem zweiteiligen PE-Rahmen mit Plastikstangen der an mehreren Stellen vorsichtig befestigt werden muss.

Referenzen

Sind Referenzfotos im Internet noch etwas rar, so liefert der Bildband Militärfahrzeug Spezial 5058 über den Leopard 2A7 von Ralph Zwilling aus dem Tankograd Publishing Verlag die passenden Referenzen und Hintergrundinformationen.

Fazit

Y-Modelle hat ein Umrüstsatz zum Leopard 2A7 hergestellt, welcher mit diesem Bausatz an Attraktivität verloren hat.
Wie ich bereits in meinem 2A4-Review sagte, ist dies ein hervorragender Bausatz. Wie bei jedem Bausatz gibt es ein oder zwei Haarspaltereien, aber diese sind vernachlässigbar.
Das einzige Problem, das ich voraussehen kann, ist, dass dieser Bausatz auf einem sehr frühen im Betrieb befindlichen Fahrzeug – dargestellt in Ralph Zwillings Buch – besteht. Modifikationen werden sicherlich in den nächsten Monaten / Jahren durchgeführt, aber das gilt wohl für jeden Panzer. So toll die Bausätze von Tamiya des 2A5 und 2A6 sind, verweist dieser Bausatz diese auf den zweiten Platz durch die Optionen von separater Motordeckplatten , Einzelgliederkette , Klarsichteilen, Fotoätzteilen und die Liebe zum Detail!
Wieder einmal: Gut gemacht, MENG!! Dieser Bausatz ist sehr zu empfehlen.
Dank an meine Kredit-Karte und Hobbyeasy für die schnelle Lieferung des Review-Modells.


Produktinformation

Artikelbezeichnung : Leopard 2A7
Art. Nr. : TS-027
Maßstab: 1:35
Bausatztyp: Kompletter Bausatz
Material: Polystyrol, Vinyl, Fotoätzteile
Hersteller: MENG – http://www.meng-model.com
Preis : ca. 64,- EUR

Bausatzhistorie

An dieser Stelle meinen herzlichen Dank an meinen Freund Michael Shakleton für die Überlassung der Fotos und des Originalartikels. Das englische Original kann auf der Webseite des Leopard Club eingesehen werden.

MENG: Leopard 2A7
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