
Ein Spritzgussmodell des Schützenpanzer Marder mit zahlreichen Detailmängeln war bisher Stand der Dinge. 3D-Druck P. Warstat bietet nun ein völlig neues Modell mit sehr aktuellem Rüststand aus dem 3D-Drucker – den Marder 1A3A1. Schauen wir mal ob alle Mängel aus dem alten Spritzgussmodell beseitigt sind…

Inhaltsverzeichnis
Das Original
Der Schützenpanzer Marder entwickelte sich seit den frühen 1970er Jahren vom Marder 1 über mehrere Modernisierungsstufen hin zu den deutlich besser geschützten und einsatzoptimierten Varianten 1A3, 1A5 und schließlich 1A5A1, die insbesondere Minen und IED Schutz sowie moderne Führungsmittel erhielten. Während der Marder 1A3 vor allem durch seine starke Zusatzpanzerung und den neu gestalteten Innenraum geprägt war, brachte der Marder 1A5A1 zusätzliche Verbesserungen für den Einsatz in heißen und hochbedrohten Umgebungen.
Der Marder 1A3A1 stellt eine weiterentwickelte, kampffähige Version des 1A3 dar, die mit einem Battle Management System (BMS) ausgerüstet wurde und damit digitale Lageführung, GPS Anbindung, moderne Funkgeräte und vernetzte Gefechtsführung ermöglicht. Gegenüber dem Marder 1A3 verfügt der 1A3A1 über neue Rechner und Kommunikationsmodule, zusätzliche Verkabelung, geänderte Bedienpanels und erweiterte Antennentechnik, ohne dass Panzerung oder Bewaffnung grundlegend verändert wurden. Eine wesentliche Neuerung ist die Integration des MELLS Waffensystems (Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörpersystem), das den bisherigen MILAN Lenkflugkörper ersetzt und dem Fahrzeug eine deutlich gesteigerte Panzerabwehrreichweite sowie moderne Fire-and-Forget Fähigkeiten verleiht. Dafür wurden Halterungen, Verkabelung, Bedienelemente und die Anbindung an das Führungs und Informationssystem angepasst, sodass Kommandant und Richtschütze MELLS nahtlos in die digitale Gefechtsführung einbinden können. Insgesamt erhöht der Marder 1A3A1 damit nicht nur seine Führungsfähigkeit, sondern auch seine Wirksamkeit gegen moderne gepanzerte Bedrohungen.
Perspektivisch wird der Marder zwar schrittweise durch modernere Systeme wie den Puma abgelöst, doch Varianten wie der Marder 1A3A1 BMS zeigen, dass sich das Grundfahrzeug durch gezielte Elektronik und Führungsupgrades noch einige Zeit sinnvoll in vernetzte Gefechtsverbände einbinden lässt.

Der Bausatz in der Übersicht
In einem mächtigen weißen Karton mit aufgeklebtem Label kommt der Bausatz mit der Artikelnummer BWM010 von 3D-Druck P. Warstat daher. Darin fein säuberlich in Luftpolsterfolie und Packmaterial verpackt die Bauteile aus Druck-Resin sowie Decals, Metallteile und die Bauanleitung. Verspricht schonmal viel Spaß.
Die Konstruktion des Modelles erfolgte von Ch. Schwalm.
Neben dem Maßstab 1:35 bietet 3D-Druck P. Warstat dieses Model noch in weiteren Maßstäben wie z.B. 1:16 an. Im Maßstab 1:35 sind außerdem noch die Varianten eines Marder 1A1A1 als Umbausatz sowie das Komplettmodell eines Marder 1A3 erhältlich.
Die Bauanleitung
Die 16-seitige Bauanleitung im DIN-A4-Format führt in 18 Schritten sehr übersichtlich durch den Bau. Sie beginnt mit entsprechenden Warnhinweisen und der gut gemachten Bauteilübersicht. Die Bauschritte selbst sind 3D-Zeichnungen mit ausführlichen Hinweisen für die Positionierung der Bauteile. Verständlich und gut gemacht. So soll es sein!
Decals
Dem Bausatz selbst liegt ein kleiner Decalbogen bei. Der Druck ist gut. Kein Versatz und sauber. Es sind alle notwendigen Markierungen wie Eiserne Kreuze, Taktische Zeichen, Kennzeichen, Wappen und MLC-Schild enthalten. Schön, das auch an die Warnung beim WBG und Blend-MG-MunKasten gedacht wurde. Top!
Die Bauteile
Das Modell enthält einen Materialmix an Bauteilen. Dazu gehören die Bauteile aus 3D-Druckresin aber auch gedrehte Messing-Bauteile. Die meisten der 3D-Druckteile sind bereits vom Hersteller von den Supports befreit, was sehr löblich ist. Schauen wir uns also die Bauteile mal näher an.
Wir beginnen mit den beiliegenden Metallseilen für die Abschleppseile des Marder. Leider sind diese zu dünn und Kupferseile wären hier zielführender gewesen. Aber hier kann auf Ersatz durch die gängigen Zubehörhersteller wie EUREKA, PSM, RMG oder Modellbau Roth zurückgegriffen werden.
Weiter geht es mit dem größten Bauteil des Bausatzes des Marder 1A3A1 – der Unterwanne. Diese ist einteilig gedruckt und überzeugt mit feinen Details an den enthaltenen Schwingen und Dämpfern des Fahrwerkes. Der Panzerschutz an der Front ist hier diesmal korrekt dargestellt, was man vom Spritzgussmodell nicht behaupten kann. Ein Lob an den Konstrukteur. Der Druck des Bauteils ist als hervorragend zu bezeichnen, zeigt er doch keinen Verzug oder „Warping“. Klasse gemacht!
Auch die Oberwanne kommt großes, durchgedrucktes Bauteil daher. Endlich stimmen Dimensionen und Details. Besonders zu erwähnen, dass die Haube geöffnet werden könnte, auch wenn kein Innenleben hier vorhanden ist. Der passende Motor ist wohl gerade in der Konstruktion bei 3D Druck P. Warstat. Die Details wie Schrauben – der klassische Vierkant – und auch die Antirutschflächen oder auch die angedruckten Scheinwerfer mit Schutzbügeln überzeugen.
Besonderes Augenmerk liegt hier auf dem gut designten und ausgeführten Fahrersichtsystem SPECTUS II.
Hier eine Originalaufnahme des SPECTUS II am Marder:

Die seitlichen Staukisten liegen als separate Bauteile bei. Auch hier überzeugen die kleinen, aber feinen Details wie Griffe, Antirutschflächen sowie Scharniere und Schrauben. Sehr fein.
Auch die Bauteile der Kettenblenden überzeugen und sind von einwandfreiem Druck.
Der Turm des Marder Modells ist mehrteilig ausgeführt. Turm mit Wiege und Wärmebildgerät (WBG) sowie Kommandantenluke mit Waffenbefestigung sind in einem Teil gedruckt. Auch hier flashen einen die schönen Details wie z.B. die Zusatzpanzerung, Luke und Griffe auf der Wiege oder das WBG. Die Supports muss der Modellbauer hier noch selbst entfernen.
Die Kommandantenluke als auch die Mehrfachwurfanlage ist als eigenes Bauteil enthalten und sind originalgetreu.
Das Heck des Marder ist ebenfalls mehrteilig. Ein Bauteil ist das Heck und ein weiteres sind die Rückleuchten, Waschwasserbehälter und Antennenhalter. Beim Heck überzeugen die Abgas- als auch Lüftergrätings. Das Ersatzkettenglied ist direkt angedruckt. Sehr schön gemacht die neuen Antennenträger sowie die Rückfahrkamera. Der Druck auch hier exzellent.
Das hintere Topdeck ist einzeln enthalten und zeigt schöne Details. Dazu die gelungenen Luken sowie die hintern Staukisten.
Auch die Motorhaube kann punkten. Schöne Antirutschflächen und die Details der Schrauben stehen dem Original in nichts nach. Sie ist offen darstellbar, aber der Motor fehlt. Dieser ist zum jetzigen Zeitpunkt bei 3D Druck P. Warstat in Konstruktion.
Die Aufnahme des achsparallelen MG inklusive Munitionskiste für den Turm ist ein komplettes Bauteil. Halterung, Bügel und Verschlüsse sind absolut gelungen.
Die Rohrwiege für die RH202 20mm Kanone ist ebenfalls ein eigenes Bauteil. Auch hier hat der Konstrukteur nicht mit Details gespart. Verschlüsse, Auswerfer und sogar Flaggenhalter sind fein nachgebildet. Einfach nur schön. Aber man sieht hier auch, das noch etwas geschliffen werden muss. 😉
Der Knaller bei der Waffenanlage ist aber das beiliegende RH202 Rohr aus gedrehtem Messing. Es stammt aus der Schmiede von Modellbau Schatton. Allein die Details der Mündungsbremse sind atemberaubend. Ein Hoch auf 3D Druck P. Warstat, das dieses Rohr enthalten ist. Fantastisch!
Schauen wir uns nun mal das Fahrwerk an. Antriebskränze und Laufrollen sowie die Stützrollen sind enthalten. Alle drei sind jeweils komplett. Was soll ich sagen – alles tip top.
Als Kette liefert 3D Druck P. Warstat die passende Diehl 828A-Kette als Einzelgliederkette aus eigenem Hause mit. Diese hatten wir bereits HIER ausführlich vorgestellt.
Der Fahrerraum des Marder bleibt nicht leer. Enthalten ist eine Inneneinrichtung mit Sitz, Lenkrad, BV-Anlage sowie Wahlschalthebel. Fein gemacht und lässt so eine offene Fahreluke zu, ohne ins Leere zu blicken. Das Armaturenbrett kann ebenfalls mit zahlreichen Details aufwarten und überzeugen.
Weitere kleine Details werten den Bausatz besonders auf. Dazu zählen z.B. die RKL 90. Diese besteht aus dem Ober- und Unterteil. Das Oberteil ist gleich in klarem, orangen Resin gedruckt. Perfekt! Die RKL ist in verschiedenen Maßstäben bei 3D Druck P. Warstat erhältlich und wurde bei uns bereits HIER ausführlich
vorgestellt.
Ein weiteres sehenswertes Detail ist die Schutzabdeckung des Wärmebildgerätes. Absolut filigraner und guter Druck!
Und so sieht es im Original aus:

Spiegel oder auch Abschleppösen sind ebenfalls gut gemacht.
Für den Turm gibt es noch das passende MELLS (Mehrrollenfähiges Leichtes Lenkflugkörpersystem) Abschussgerät. Auch hier können sich Details und Druck sehen lassen.
Hier zum Vergleich das Original:

Ein weiteres Highlight sind die mitgelieferten Antennen. Diese sind ebenfalls Messingdrehteile aus dem Hause Schatton aber leider die Falschen. Richtig wären hier die Comrod-Antennen VHF3088LP. Dennoch werten Sie den Bausatz qualitativ auf.
Hier zum Vergleich das Original:

Abschließen noch Bilder des gebauten Modells und Einblicke im Detail.
Zusammenfassung
3D Druck P. Warstat liefert hier einen Multimix-Bausatz des Marder 1A3A1. Er besteht aus 3D-Druck-Resin-Bauteilen sowie Messingdrehteilen. Die Details sind hervorragend und stimmig. Die Bauteile stehen dem Original in nichts nach. Der Konstrukteur hat hier ganze Arbeit geleistet. Die Anleitung stimmig, ausführlich und verständlich. Der Druck der Bauteile ist hervorragend! Hier könnte sich so mancher 3D-Druck-Modell-Hersteller mal ein Beispiel nehmen.
Fazit
Der Bausatz des Marder 1A3A1 von 3D Druck P. Warstat ist absolut überzeugend und qualitativ hochwertig. Perfekter Druck gepaart mit einem tollen Materialmix und stimmigen Details lassen die Herzen eines Modellbauers höher schlagen. Wer also einen ausgesprochen realistischen Marder 1A3A1 Bausatz möchte sollte hier auf jeden Fall zugreifen. Definitv unsere Empfehlung wert!
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Produktinformation
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Artikelbezeichnung : Marder 1A3A1
Art. Nr. : BWM010 |
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Bausatzhistorie


































































